KOMMENTAR
Zwei Ausrufezeichen im finsteren Keller der Fußball-Bundesliga
Zwei Japaner lassen Arminia jubeln und durchatmen: Ritsu Doan und Masaya Okugawa haben mit ihren Toren Bielefeld den ersten Sieg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Frank Kramer beschert. Das 2:1 bei den weiter heftig kriselnden Leverkusenern war der erste Rückrundensieg der zuvor im halsbrecherischen Sinkflug befindlichen Ostwestfalen.
Vierkampf um das rettende Ufer
Der FSV Mainz 05 hat den Überraschungssieg des heißen Konkurrenten im Abstiegskampf einigermaßen enttäuscht zur Kenntnis genommen. So war der 1:0-Erfolg der Nullfünfer gegen Freiburg extrem wichtig, aber eben kein Befreiungsschlag. Es wird ein enges, sehr spannendes Rennen im Tabellenkeller. Hertha BSC und der 1. FC Köln haben mit ihren Niederlagen an Boden verloren. Sie werden sich in den verbleibenden neun Spielen mit Mainz und Bielefeld einen Vierkampf darum liefern, den direkten Abstiegsplatz 17 und auch Relegationsrang 16 zu vermeiden.
Erschreckend ist die jüngste Ausbeute von Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. An Rhein und Niederrhein läuft’s gerade überhaupt gar nicht.
Kölns Sportchef Horst Heldt ist nach dem 1:2 bei Union Berlin viel, viel schlechter auf die Spieler zu sprechen als auf Trainer Markus Gisdol. Wie lange noch, wenn die Zweite Liga immer näherrückt?
Viel zu tun beim nötigen Schalker Neuaufbau im Unterhaus
Zweitklassig sind die Auftritte des abgeschlagenen Schlusslichts Schalke schon lange. Die Partie in Wolfsburg bot ein weiteres plakatives Beispiel dafür. Die spannenderen Fragen bei den Königsblauen spielen sich längst außerhalb des Platzes ab. Kommt Ralf Rangnick als Sportvorstand? Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche jedenfalls, der auch als Wunschkandidat gehandelt wurde, hat abgesagt. Wer es auch wird: Der Neue hat viel zu tun beim bitter nötigen Schalker Neuaufbau in Liga zwei.