Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die European Championships überzeugen

Fans auf den Hügeln des Olympiaparks beim Start des Triathlon.
Fans auf den Hügeln des Olympiaparks beim Start des Triathlon.

Die Menschen in München machen die Championships zu einer großen Party. Die Ergebnisse passen nicht überall dazu.

München, so ist der Eindruck am ersten Wochenende der European Championships gewesen, hat sich an sich selbst berauscht. Eine ausverkaufte Olympiahalle beim Turnen, keine Plätze mehr bei den Kletterwettbewerben in der City am Königsplatz und volle Hänge im Olympiapark, wenn die Triathleten an historischer Stätte ihre Runden drehten. Vor dem Start der parallel stattfindenden Europameisterschaften in neun Sportarten wurde von einem Mini-Olympia gesprochen – atmosphärisch können es die Championships auch mit den „großen“ Spielen aufnehmen.

Die Ummantelung der Wettbewerbe stimmt und hat die Erwartungen übertroffen. Das lässt sich von den sportlichen Ergebnissen aus deutscher Sicht nicht überall sagen. Die Ruderer haben ein Fiasko erlebt, weder der Achter noch Aushängeschild Oliver Zeidler im Einer gewannen eine Medaille. Hinzu kam böse Kritik von Zeidler am Deutschen Ruderverband.

Strukturelle Probleme bleiben bestehen

Ein strukturelles Problem des Spitzensports tritt bei den Ruderern, aber auch anderswo, offen zu Tage. Es fehlt den Verbänden nicht nur an Geld, um Trainer zu engagieren und Trainingsbedingungen zu schaffen, die internationalem Topniveau entsprechen. Es fehlt an der Möglichkeit, Ausbildung und Leistungssport so zu verquicken, damit Chancengleichheit mit der Konkurrenz besteht. Ruderer und andere treten gegen Profis an und haben selbst oft keine professionellen Bedingungen.

Das gilt auch für die Leichtathletik, die am Montag in München ihre Europameisterschaften begonnen hat. Im Olympiastadion werden einige deutsche Erfolge bejubelt werden. Aber die grundlegenden Schwierigkeiten können sie nicht überdecken.

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