Handball
Wagner-Festspiele bei Eulen Ludwigshafen
Die „La Ola-Welle“ hatten sich die Eulen nach dem Schlusspfiff wahrlich verdient. Und den Gesang von den coronabedingt mit 705 Fans gefüllten Rängen mit „Oh, wie ist das schön“ auch. Wie die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt über 60 Minuten den Tabellenführer VfL Gummersbach, der bisher nur in Hagen und Rostock verloren hatte, unter den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason in Schach hielt, war eine Augenweide. Nationalspieler Hendrik Wagner schien die Anwesenheit des Bundestrainers besonders zu beflügeln. Er traf aus dem Rückraum fast, wie er wollte und ackerte auch in der Defensive. Am Ende hatte Wagner zwölfmal getroffen, einmal per Siebenmeter.
Torwart Ziga Urbic überragend
Der Tabellenführer der Zweiten Handball-Bundesliga hatte Mühe, in die Partie zu finden. Die 6:0-Deckung der Eulen stand sicher, dahinter fischte der starke Torwart Ziga Urbic (17 Paraden) gleich einige Bälle. Und im Angriff machten die Ludwigshafener vor den 2G-plus-Fans in der Eberthalle schnell klar, dass sie nicht gewillt waren, dass die VfL-Truppe von Trainer Gudjón Valur Sigurdsson an der Eulen-Serie von zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage etwas ändert.
Sigurdsson merkte schnell, dass er vor allem gegen den Rückraum der Gastgeber mit Hendrik Wagner, Stefan Salger und Max Neuhaus, der den erkrankten Jan Remmlinger vertrat, was ändern musste. Er ließ schon ab der neunten Spielminute Julian Köster vorgezogener decken, um den Schwung aus dem Rückraum-Spiel zu nehmen. „Die Eulen haben verdient gewonnen, und ich bin auch dankbar, dass sie uns die Defizite aufgezeigt haben“, sagte der frühere Weltklasse-Linksaußen. Nach 17 Minuten hatte der mehrmalige frühere Deutsche Meister erst vier Treffer erzielt.
Und auch was zunächst so aussah, als könnte es einen Bruch im Spiel der Mannschaft von Ceven Klatt geben, entpuppte sich als Gegenteil. Max Neuhaus hatte in der 19. Minute die Rote Karte des überforderten Schiedsrichtergespannes Christian Hannes/David Hannes gesehen. Das Referee-Duo hatte sich selbst früh in Zugzwang gebracht, als sie in einer bis dahin harmlosen Partie bereits in der vierten Minute die erste Zeitstrafe gegen die Eulen verhängt hatten.
Marc-Robin Eisel springt für Max Neuhaus ein
Doch Marc-Robin Eisel übernahm die Regie von Neuhaus und war schnell drin im Spiel: ein Tor über rechts, ein abgefangener Ball und dann ein Wurf ins leere Tor plus ein tolles Anspiel im Gegenstoß auf Jannik Hofmann. Das vorletzte Tor zum 28:25 erzielte er selbst, beim 29:25 passte er prima zu Haider am Kreis.
„Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt. Wir wollten mit richtig Tempo nach vorne spielen, das ist uns auch mit 18 Toren gelungen“, sagte Eulen-Trainer Klatt. „Normalerweise mache ich das nicht: Aber ich muss Torwart Ziga Urbic und Hendrik Wagner aus einer ganz starken Mannschaftsleistung hervorheben.“
So spielten sie
Eulen Ludwigshafen: Urbic - Salger (5), Neuhaus (2/1), Wagner (12/1) - Falk (2), Hofmann (1) - Haider (1) – Dietrich (1), Keskic (1), Eisel (4), Klein, Klimek (1)
VfL Gummersbach: Ivanisevic, Nagy (26. - 30.) - Bozovic (5/1), Köster (7), Pregler (1) - Dzialakiewicz (1), Styrmisson (1) - Zeman – Kiesler, Vidarsson (3), Schneider (1), Stüber, Santos (5), Fanger (1)
Spielfilm: 4:2 (7.), 8:4 (13.), 11:5 (18.), 12:7 (23.), 16:8 (26.), 18:13 (Hz.), 21:17 (40.), 24:19 (46.), 25:21 (51.), 27:25 (57.), 30:25 (Ende) - Zeitstrafen: 6:6 - Rote Karten: Neuhaus (19., Foul) - Santos (48., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 2/2 - 3/2 - Beste Spieler: Wagner, Urbic, Eisel, Salger - Köster - Zuschauer: 705 - Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes (Aachen/Frankfurt).