Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel VfR Mannheim feiert beim FK Pirmasens

Der Moment des Spiels: Luka Dimitrijevic (links) läuft in der zweiten Minute zum Elfmeter an, seine FKP-Kollegen Dennis Krob (Bi
Der Moment des Spiels: Luka Dimitrijevic (links) läuft in der zweiten Minute zum Elfmeter an, seine FKP-Kollegen Dennis Krob (Bildmitte) und Marc Ehrhart schauen gebannt zu.

Das Wunder von der Husterhöhe schien für einen Moment möglich, geschah aber nicht.

Der FK Pirmasens scheiterte am Mittwochabend beim Versuch, mit einem hohen Sieg gegen den VfR Mannheim noch in die Regionalliga aufzusteigen. Die Pirmasenser verloren mit 0:1 (0:0) gegen den Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg, der damit die Dreier-Aufstiegsrunde auf Platz eins beendete. Der FKP bleibt in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der FC Eddersheim in der Hessenliga.

Wohl jeder der 1745 Zuschauer im Framas-Stadion stellte sich wohl die Frage, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wenn Luka Dimitrijevic in der zweiten Spielminute den Elfmeter nach Foul an Oskar Prokopchuk zum 1:0 verwandelt hätte. Doch der Routinier, dieses Mal wieder „Schienenspieler“ auf der linken Seite, schoss flach und mittig, VfR-Keeper David Nreca-Bisinger wehrte diesen schwachen Versuch mit dem Fuß ab. „Er hat seine bisherigen Elfer für uns alle verwandelt“, erklärte später Trainer Daniel Paulus, warum Dimitrijevic und nicht Dennis Krob zum Strafstoß antrat.

Ehrharts Tor zählt nicht

Mittelstürmer Krob hatte in seinem letzten Spiel für den FKP nach zehneinhalb Jahren auf der Husterhöhe die zweite richtig gute Pirmasenser Torchance, doch nach dem Chipball von Nico Wiltz in den Mannheimer Strafraum und der Kopfballvorlage von Oskar Prokopchuk köpfte der 33-Jährige freistehend am Tor vorbei (53.). Es wäre der postwendende Ausgleich gewesen. Denn zwei Minuten zuvor hatte der eingewechselte Tim Seifert das Tor des Abends erzielt.

Und weil auch Ehrharts Kopfballtreffer nicht zählte, weil Prokopchuk einen Mannheimer geschubst haben soll, kamen die Südwestpfälzer, die mindestens mit 4:1 hätten gewinnen müssen, gar nicht in die Nähe der insgeheim erhofften Überraschung. Die gut organisierten, zweikampfstarken und passsicheren Mannheimer um Ex-Bundesligaprofi Alexander Esswein ließen wenig zu, hatten ihrerseits noch einige Chancen zum zweiten Tor. Am Ende feierten die Mannheimer ausgelassen mit ihren Fans auf der Haupttribüne, skandierten immer wieder „V, V, VfR!“. Der deutsche Meister von 1949 spielt damit erstmals seit 2008 wieder in der vierten Liga.

Trio verlängert

„Ich bin heute nicht enttäuscht, weil die Mannschaft noch mal alles rausgehauen hat“, sagte FKP-Coach Paulus und fügte mit Blick auf die phasenweise desolate Abwehrleistung bei der 1:4-Schlappe drei Tage zuvor im hessischen Eddersheim hinzu: „Da war ich enttäuscht von 20 Minuten, für die ich bis heute keine konkrete Erklärung habe.“

Die Pirmasenser stehen nun am Ende einer eigentlich starken Saison mit leeren Händen da. Die DFB-Pokal-Sensation gegen den Hamburger SV verpassten sie, weil sie in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich kassierten. Das Verbandspokalfinale gegen Schott Mainz, das nun im DFB-Pokal Borussia Mönchengladbach erwartet, verloren sie durch ein Tor in der Nachspielzeit. Und in der Oberliga, die sie lange anführten, fehlten ihnen letztlich drei Punkte zur Meisterschaft. Trotzig kündigte Paulus an, dass sein Team nun eben nächste Saison wieder angreifen werde. Das Team, das in 34 Oberliga-Spielen 78 Punkte holte und 103 Tore schoss, bleibt fast komplett zusammen. Nur von drei Stammkräften, Mike Andreas, Thomas Selensky und Eliakim Kukanda, fehlten zuletzt noch die Unterschriften, „aber alle drei haben zugesagt“, informiert Paulus. Der nächste Anlauf nach drei dritten und einem zweiten Platz kann beginnen.

x