Fußball
Verbandsliga-Schlusslicht Rüssingen: Die Drehbücher sind immer gleich
Aus den bisherigen neun Spielen konnte die Rüssinger Mannschaft noch keinen Punkt holen, hat dabei schon 39 Gegentreffer kassiert und selbst erst sechs Mal getroffen. In fünf Spielen blieb der TuS ohne eigenen Torerfolg, in sechs Spielen hat er fünf oder mehr Treffer kassiert. Gerade erst am Sonntag gab es wieder eine deprimierende Niederlage gegen den TuS Steinbach (2:6), gegen den man eigentlich auf Punkte gehofft hatte.
Und was sagen die Verantwortlichen dazu? Der 32-jährige Spielertrainer Behcet Öztürk, in der Winterpause vom Ligakonkurrenten Jahn Zeiskam gekommen, hat im Sommer das Erbe von Ediz Sari angetreten und musste eine komplett neue Mannschaft auf die Beine stellen. Was, wie er mehrfach betonte, keine einfache Aufgabe war. Trotzdem ging er recht zuversichtlich in die neue Runde.
Abgänge schmerzen
„Vor Saisonbeginn war ich schon überzeugt, dass wir einigermaßen mithalten und die Klasse halten können. Dann sind aber kurzfristig noch einige Spieler abgesprungen, die als Stammspieler und Fixpunkte der Mannschaft eingeplant waren. Das ist genau die Qualität, die uns aktuell fehlt“, blickt er zurück.
Gemeint sind damit unter anderem Martin Amoako, Jannik Dörr und Marvin Takbara, die jetzt beim Oberligisten Arminia Ludwigshafen spielen, sowie Aykan Aydin, der kurzfristig in die Türkei gewechselt ist.
Ein Ziel, dass sich Öztürk auf die Fahne geschrieben hatte, war auch, die Mannschaft zu verjüngen. Das ist ihm durchaus gelungen. Alleine sechs Spieler, die gerade aus der A-Jugend gekommen sind, wurden verpflichtet. Der Preis dafür lautet: Unerfahrenheit.
Das zeigt sich Sonntag für Sonntag. Die Drehbücher der Rüssinger Spielfilme sind eigentlich immer gleich. Meist kann die Elf ein relativ offenes Spiel erzwingen, dann wird aber der erste Fehler in der Defensive gnadenlos bestraft, und das Team gerät in Rückstand. Der zweite lässt dann nicht lange auf sich warten – und das Spiel ist schon fast gelaufen.
Trainer nimmt Team in Schutz
Trotzdem will Öztürk den Stab nicht über der Mannschaft brechen. „Eine solche Niederlagenserie kenne ich nicht, und die tut natürlich weh. Je länger die dauert, desto mehr Verunsicherung greift um sich. Wenn die Tagesform, wie wir sie zum Beispiel gegen Waldalgesheim und Bad Kreuznach gezeigt haben, nicht stimmt, dann führt das meist zu hohen Niederlagen.“ Sein Fazit: „Insgesamt machen wir zu viele einfache Fehler.“
Trotz seiner akribischen Arbeit sieht sich der Trainer auch sich in der Verantwortung und hat dem Vorstand seinen Rücktritt angeboten. „Der hat aber abgelehnt und mir gesagt, es liegt nicht an dir“, berichtet Öztürk. Klaus-Peter Hornung, der Macher des Klubs, bestätigt das: „Behcet hat weiter die Rückendeckung des Vereins. Es war ein großer Schnitt vor Saison, und die Mannschaft ist noch sehr jung und unerfahren, dadurch fehleranfällig. Die werden in dieser Klasse gnadenlos gestraft.“