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Ultimative Botschaften an den Leverkusener Trainer Gerardo Seoane
Als Gerardo Seoane vor 15 Monaten seine Arbeit in Leverkusen aufnahm, brachte er unter anderem exzellente Kenntnisse in gleich sechs Sprachen mit an den Rhein. Beim Champions-League-Spiel in Porto kann der Coach der Werkself nun zum Beispiel mit seinem fabelhaften Portugiesisch glänzen. Womöglich verschlägt es ihm im Estadio do Dragão aber auch endgültig die Sprache.
Worte fallen schwer
Nach dem fürchterlichen 0:4 seiner Mannschaft zuletzt beim FC Bayern München fielen dem Schweizer die Worte jedenfalls schon besonders schwer. „Ich könnte aus dem Fußballkatalog jeden Eintrag aufführen, den die Bayern besser gemacht haben als wir“, seufzte Seoane da bloß. Und weil das so war, ist die Luft um den 43-Jährigen vor dem Auftritt seines Ensembles an der portugiesischen Atlantikküste entsprechend extrem dünn geworden.
„Wollen Turnaround schaffen“
„Wir wollen den Turnaround mit ihm schaffen, aber wir sind nicht blauäugig“, deutete Klub-Boss Fernando Carro im „Doppelpass„ bei „Sport1“ nun an, dass der Geduldsfaden der Verantwortlichen inzwischen zum Zerreißen gespannt ist. Wie Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes bezeichnete der gebürtige Spanier den lauen Auftritt der Leverkusener bei den Bayern als inakzeptabel. Er sei Pragmatiker, betonte Carro – und pocht „sehr, sehr, sehr kurzfristig“ auf gute Ergebnisse. Heute (21 Uhr) in der Königsklasse in Porto. Vor allem aber am Samstag im Keller-Duell gegen Aufsteiger Schalke.
Forderung: Schalke schlagen
„Gegen Schalke musst du die drei Punkte holen“, forderte Carro klipp und klar – und verwies auf die hohen Erwartungen des Bayer-Konzerns: „Statistisch gesehen hat keine Mannschaft, die fünf Punkte nach acht Spielen hat, die Champions League erreicht.“ Wegen der miserablen Ausbeute in der Liga schaute nach der Demontage durch die Bayern auch Kerem Demirbay betrübt in die Gegend. „Wir haben in allen Belangen versagt, und das macht mich traurig“, bekannte der Mann aus dem Mittelfeld. Der frühere Hoffenheimer hatte sich zuletzt zu einem Leistungsträger im Team aufgeschwungen. Dabei nahm er den eigentlichen Top-Scorern wie Patrik Schick oder Moussa Diaby die Arbeit ab und fing sich als aktuell bester Bayer-Schütze (drei Treffer) prompt Seoanes Lob ein: „Mehr Torgefahr auszustrahlen – das war von ihm schon ein Schritt nach vorne.“
Ein Schritt zurück
In München machten die Leverkusener, Demirbay inklusive, am Freitag dann wieder einen gewaltigen Schritt zurück: Ihre Defensive leistete den Bayern häufig nur Geleitschutz. Keeper Lukas Hradecky fiel erneut durch Unsicherheiten und schwere Patzer auf. Und der in der Vorsaison so fulminante Angriff hat seinen Trefferschnitt mittlerweile von 2,35 auf 1,13 Tore pro Partie halbiert.
Inmitten dieses sportlichen Dunkels ortete Sportchef Simon Rolfes zumindest einen positiven Aspekt. „Das einzig Gute ist, dass wir direkt wieder spielen“, raunte er – und forderte für die Partie in Porto ganz bestimmte „Komponenten“ im Spiel von Bayer.
Rolfes verlangt die sofortige Beweisführung, dass sich der auf einen direkten Abstiegsplatz abgestürzte Vorjahresdritte in puncto Laufbereitschaft, Mut, Zweikampfverhalten und Eigeninitiative nicht noch einmal auf einem derart niedrigen Niveau bewegt wie in München. Und in diesem Zusammenhang hat auch Simon Rolfes eine ultimative Botschaft an Gerardo Seoane. „Wir brauchen jetzt“, betont der 40-Jährige, „kurzfristig Erfolge – und ein anderes Auftreten.“