Sport Teamgeist gewinnt
Ludwigshafen. In 22,60 Sekunden trommelte der Haßlocher Jonas Unruh um die Laufbahn – das war eine der besten Leistungen beim Jugendvergleichskampf in der Ludwigshafener Leichtathletikhalle. Damit steht er auf Platz neun in der deutschen 200-m-Bestenliste der U18. „Das hat heute richtig viel Spaß gemacht“, sagte Unruh.
Natürlich meinte er seine 200-m-Zeit. Aber nicht nur. „So ein Mannschaftswettkampf ist echt mal was anderes, man entwickelt ein Teamgefühl und lernt seine sonstigen Konkurrenten ganz anders kennen und freundet sich an“, sagte der Schüler am Speyerer Hans-Purrmann-Gymnasium, der bei Holger Geiger im LC Haßloch trainiert. Im Hochsprung überflog er 1,76 Meter und brachte neben seinen acht Punkten im Sprint weitere vier Punkte ins Teamergebnis ein. Richtig Glück hatte er mit der 4x200-m-Staffel. Das Quartett wurde disqualifiziert, was Unruh mit „Ich find’s echt schade“ kommentierte, doch dann tauchte die Staffel mit der drittschnellsten Zeit in 1:35,07 Minuten doch im Ergebnis auf, wodurch sich die U18-Pfälzer mit 84,5 Punkten knapp gegen das Saarland (83,5) und Baden (81) durchsetzten. Überragend: Der 17 Jahre alte Devon Bender (MTG Mannheim) sprang 2,06 Meter hoch und wurde im Weitsprung (6,63 m) Zweiter hinter dem Freinsheimer Jan Bieler (6,80 m). Fast 70 Jungs und Mädchen gingen für den Leichtathletikverband Pfalz an den Start, der sich als Gastgeber mit all seinen Trainern, Kampfrichtern und Helfern in diesen traditionellen Ländervergleich richtig reinhängte. In Tim Gutbrod von Reha Med in Herxheim wurde sogar ein Physiotherapeut engagiert, der teamübergreifend „den ganzen Tag gut beschäftigt“ war. „Meine Arbeit wurde richtig angenommen“, sagte Gutbrod. Was der Nußdorfer Vereinscoach Lothar Grimmeißen als einen „sehr schönen Abschluss der Hallensaison“ bewertete, betrachtete der pfälzische Leistungssportchef Thomas Lickteig so: „Wir haben richtig tolle Leistungen gesehen. Wir haben aber auch, wenn wir mal die Leistungssportbrille hochschieben, uns als starkes pfälzisches Team präsentiert. Das ist mir auch wichtig, denn ich sehe uns in einem Neuaufbau. Da ist ein solcher Vergleichskampf gerade für die Jüngeren ein Motivationsschub.“ Melissa Maurer (TG Oggersheim), die über 800 Meter mit ihrer Bestzeit von 2:19,86 Minuten brillierte, sprach dem Teamchef aus dem Herzen. „Oft sind Elena Hartmann und ich Konkurrentinnen, heute waren wir disziplinintern Freundinnen und haben uns unterstützt, das finde ich schon sehr schön.“ Maurers U18-Mädchenteam (52) kam auf Platz vier hinter Baden (102), Saarland (89) und Team Moselle (61). In der männlichen U16 siegte Baden (101) deutlich vor der Pfalz (65) und dem Saarland (58), in der weiblichen U16 lag Baden (95) vor der Pfalz (76,5) und dem Saarland (62,5).