FCK
Spezial-Taktik greift – Mechtersheim genießt Coup gegen den FCK
Sie haben es geschafft – und wie! „Wir wollten dem FCK Probleme bereiten – und der hatte keine Lösungen“, sagte Ralf Gimmy. Der Trainer des Fußball-Oberligisten TuS Mechtersheim war einer der gefeierten Helden nach dem sensationellen 2:1 (1:1)-Sieg des Dorfklubs über den Drittligisten 1. FC Kaiserslautern im Verbandspokal. Der TuS steht nun im Achtelfinale. An diesem Freitag (11 Uhr, SWFV-Facebook) bekommt er seine nächste Aufgabe zugelost.
Trainer Gimmys außergewöhnliche 6-2-2-Taktik
Gimmy indes, der mit allen Wassern gewaschene Trainer, stand noch lange nach dem großen Pokaltriumph auf der Sportanlage an den Rheinauen nahe Speyer und nippte fleißig erzählend immer wieder an einer Cola. Zwei junge Fußballfans baten ihn um eine Foto-Pose mit ihnen. Gerne erläuterte der 61-Jährige dann noch mal seine Taktik. „So was hat der FCK wahrscheinlich noch nie gesehen: ein 6-2-2 im Spiel gegen den Ball“ habe er sich in den letzten 48 Stunden als Mittel gegen die mit Dreierabwehrkette aufbauenden Lauterer überlegt, ließ der Trainerfuchs wissen. Seine zwei Stürmer sollten immer wieder die beiden Außen in der Dreierabwehrkette des FCK anlaufen und stören. Und aus der eigenen grundsätzlichen Sechser-Verteidigung sollten immer wieder andere Spieler schnell auf- und nachrücken. „Wir wollten hinten gut stehen und nach vorne gefährliche Nadelstiche setzen. Unser Matchplan ist voll aufgegangen“, sagte Marvin Benefo, der Schütze des 2:1-Siegtreffers für den Oberligisten.
Saubere Nadelstiche schmerzen Rote Teufel
Nach der 1:0-Führung durch das Kopfballtor von Julian Niehues (39.) schaffte es der FCK nicht, nachzulegen – im Gegenteil. Mechtersheim setzte einen sauberen Nadelstich und glich nach einem perfekten Spielzug zum 1:1 (43.) aus. Zuvor war im Mittelfeld ein Pass von Niehues zu kurz geraten, TuS-Kapitän Björn Weisenborn spritzte dazwischen, spielte diagonal auf Benefo. Und der erfahrene Stürmer Aleksandr Biedermann schloss gekonnt ab. Vor dem 2:1 verlor FCK-Routinier Mike Wunderlich den Zweikampf im Mittelfeld gegen Robin Muth. Nach Doppelpass mit Biedermann bediente Muth dann Marvin Benefo, und der tunnelte FCK-Torwart Matheo Raab (78.).
„Es hat Riesenspaß gemacht, gegen Profis zu spielen, die fast jeden Tag trainieren, und wir trainieren dreimal die Woche“, sagte TuS-Verteidiger Nik Bauer, Feierabendfußballer und im Hauptberuf Auszubildender zum Sport- und Fitnesskaufmann. Und dann auch noch zu gewinnen. „Es war viel Kampf, viel Laufarbeit, aber es hat sich gelohnt“, sagte Bauer strahlend.
FCK-Trainer Marco Antwerpen war sichtlich sauer auf seine Mannschaft. „Du gehst 1:0 in Führung, bist eigentlich auf dem richtigen Weg, und dann hast du einfach diesen Ballverlust im Mittelfeld, worüber wir schon zig Mal gesprochen haben“, sagte der 50-Jährige mit Blick auf den Aussetzer des 20-jährigen Niehues. „In der Meisterschaft haben wir das abgestellt. Aber wir haben halt auch jüngere Spieler auf dem Platz. Die müssen lernen, was mache ich mit dem Ball, welche Verantwortung habe ich dann in dem Moment. Da ist der eine oder andere wirklich noch nicht so weit.“
FCK-Kapitän Zuck: „Eine Blamage“
Die Lauterer müssen nach dem frühen Aus im Verbandspokal nun in der Liga, wo sie nach gut einem Viertel der Runde Zehnter sind, am Ende mindestens Vierter werden, um 2022/23 im DFB-Pokal starten zu dürfen. „Wenn man im Landespokal rausfliegt, ist das immer eine Blamage“, sagte Kapitän Hendrick Zuck, „im Endeffekt haben wir uns die Tore selbst reingehauen. Wir verlieren die Bälle, stehen hinten nicht gut.“
FCK-Mittelfeldspieler Marlon Ritter hatte zudem Glück, dass er nach einem Frustschubser gegen Kaan Özkaya nicht vom Platz gestellt wurde (65.). Mechtersheim spielte vor 2471 Zuschauern an der Kirschenallee clever – und nutzte seine Chancen famos. Die Roten Teufel fanden keine Lösungen für die Probleme, die ihnen Gimmys Team stellte.
