Sport Riesenkampff: „Der Auftrag heißt Bundesliga-Aufstieg“
Kaiserslautern. Das war von null auf hundert: Nikolai Riesenkampff wurde 2014 in den Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern gewählt – mit dem besten Wahlergebnis aller Kandidaten. Nach dem Rücktritt von Dieter Rombach am 12. Dezember 2015 trat der aus Pirmasens stammende Riesenkampff, Unternehmer mit Wohnsitz Berlin, an die Spitze des Kontrollgremiums.
Riesenkampff hofft, dass mit der Jahreshauptversammlung am Samstag (ab 12.30 Uhr) die Vergangenheit (endlich) Vergangenheit sein kann und dass (endlich) die Zukunft gestaltet werden kann. Der Mythos FCK soll überleben, der FCK soll leben! Die Frage, ob er als Aufsichtsratschef die Einschätzung von Ex-Vorstand Stefan Kuntz teilt, und die Frage ob er die Entlastung von Kuntz und dem ehemaligen Finanzvorstand Fritz Grünewalt empfehlen kann, beantwortet Riesenkampff wie folgt: „Wir hatten 15/16 ein schwieriges Jahr, sowohl sportlich als auch finanziell, und einige Herausforderungen zu meistern. Die operativen Einnahmen zum Beispiel in den Bereichen Ticketing und Merchandising waren unter Plan und rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Wir haben das Jahr mit einem höheren Minus beendet als geplant, nämlich mit 2,6 Millionen Euro, wobei da auch einige Einmaleffekte eingeflossen sind. Wir haben außerdem einen Platz in der TV-Geld-Tabelle verloren. Auf der Basis mussten wir mit einem organischen Kaderbudget von circa 8,5 Millionen Euro in die neue Saison gehen. Das sind die Fakten. Unter diesen Voraussetzungen hat der neue Vorstand seine Arbeit aufgenommen. Mit dem Thema Entlastung werden wir uns mit den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung beschäftigen, dem wollen wir nicht vorweggreifen.“ Nach dem schlechten Saisonstart keimte die Angst vor dem Abstieg in die Dritte Liga, die nach Auffassung von Finanzchef Michael Klatt wirtschaftlich nur schwer, wenn überhaupt, zu stemmen wäre. Sportlich sieht Nikolai Riesenkampff den FCK nach drei Siegen in Serie gefestigt. „Wir hatten dieses Jahr eine große Aufgabe zu meistern, wir mussten innerhalb von einigen Monaten das gesamte Führungsteam neu aufstellen und das in einer schwierigen sportlichen Lage. Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Team. Wir haben es geschafft, sehr kompetente Leute mit viel Erfahrung für die einzelnen Bereiche zu finden. Das Team ist knappe sechs Monate im Amt, und wir sehen bereits in allen Bereichen sehr gute Ansätze und Fortschritte. Allerdings schlägt sich noch nicht alles in Toren nieder. Und wie wir alle wissen, kompensiert nichts den Erfolg auf dem Platz. Jedes neue Team braucht aber etwas Zeit, bis alles greift. Wir sind auf einem guten Weg, der Trend zeigt auch sportlich nach oben, das sieht man an den letzten Spielen.“ Ist die Ausgliederung der Profi-Abteilung auch Riesenkampffs Weg? „Der langfristige Auftrag beim FCK heißt Aufstieg und Verbleib in der Bundesliga. Es ist unsere Pflicht, alle Möglichkeiten zu prüfen, die uns diesem Ziel näher bringen. Wir arbeiten stetig daran, unser Geschäft zu verbessern, finanziell und sportlich. Eine sehr relevante Option, uns besser aufzustellen, könnte die Eingehung von strategischen Partnerschaften sein. Wir müssen uns diese Option ansehen, und wenn damit eine Ausgliederung einhergehen würde, müssen wir auch das prüfen“, erläutert Riesenkampff: „Am Ende würden wir nur solche Partner vorschlagen, die zum FCK passen und von denen wir überzeugt sind, dass sie uns weiterbringen. Am Ende entscheiden darüber aber nur die Mitglieder.“|zkk
