Handball
Rhein-Neckar Löwen: Vorfreude und Anspannung vor dem Pokalhit
Es überwog die Selbstkritik, das macht Hoffnung für das schwere Pokalspiel am Mittwoch. Aktuell sind die Löwen ein Projekt in der Entwicklung. Eine Entwicklung, die man praktisch hautnah erleben kann.
„Es war so ähnlich wie in den letzten Heimspielen“, sagte beispielsweise Mannschaftskapitän Patrick Groetzki unmittelbar nach dem Erfolg gegen Leipzig. Denn ähnlich wie gegen Minden und Eisenach waren es die Löwen selbst, die eine Partie eigentlich im Griff hatten, aber dann durch eigene Unkonzentriertheiten den Gegner zurück ins Spiel brachten. Anders als zuletzt bekamen die Gastgeber das Spiel gegen die personell stark gebeutelten Leipziger aber rechtzeitig wieder in den Griff, steuerten in der zweiten Hälfte damit einem sicheren Sieg entgegen.
„Es war wichtig, diesen Entwicklungsschritt zu machen und den Gegner nicht noch einmal aufkommen zu lassen“, befand Groetzki, der zwei Treffer zum nur im ersten Durchgang etwas wackligen Sieg beitrug.
Heidelberg-Spiel ist schon ausverkauft
Nicht nur sein Blick ging deshalb schon voraus, in Richtung. Groetzki will das Positive mitnehmen: „Wir wollen in allen Heimspielen eine besondere Energie aufs Feld bringen.“ Dabei helfe die Unterstützung der Zuschauer. Rund 5500 waren das im Schnitt zuletzt bei den Partien in der SAP-Arena. Rund 4100 werden es am Mittwoch sein. Im Gegensatz zur halbgefüllten Halle in Mannheim ist der Zweitspielort in Heidelberg damit allerdings ausverkauft, herrscht damit schon automatisch eine dichtere Atmosphäre. „Das wird ein echtes Knallerspiel. Und das schon so früh im Pokal“: Vorfreude und Anspannung waren dem Löwen-Kapitän schon unmittelbar nach Spielende vom Samstag deutlich anzumerken.
Immerhin haben die neuformierten Löwen mit dem Sieg gegen Leipzig wieder Entwicklungsschritte gemacht. „Wir haben alle mega Bock auf dieses Spiel“, versprach beispielsweise David Móré, der ebenfalls einer dieser Entwicklungsschritte war. „Wir müssen alle bereit sein, auch wenn wir direkt von der Bank kommen“, befand der 21-Jährige. Er war damit zwar auf die Leistung von Torhüter Mike Jensen angesprochen worden, der elf Minuten vor Schluss für den im zweiten Durchgang glücklosen David Späth zwischen die Pfosten gerückt war und dabei zeitweise seinen Kasten vernagelte, auf 44 Prozent gehaltener Bälle kam. Es hätte aber auch auf Móré selbst zutreffen können, denn er rückte in der zweiten Hälfte für Tim Nothdurft auf die Linksaußenposition, hatte bei seinen vier Toren eine ordentliche Quote von 67 Prozent.
Aber es war nicht nur der Blick auf die Quoten, die die Löwen optimistisch auf den Mittwoch schauen lässt. Es war eher der Blick auf die eigene Entwicklung. „Wir sind in der zweiten Hälfte mit einer ganz anderen Energie reingegangen“, umschrieb das Trainer Maik Machulla, der sich mit der Reaktion „extrem zufrieden“ zeigte. Genau die Energie, die auch Kapitän Groetzki in jedem Heimspiel von den Löwen sehen möchte.