Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Rhein-Neckar Löwen: Viel Zuspruch für Andy Schmid

Stellte sich vor seine Mannschaft: Andy Schmid.
Stellte sich vor seine Mannschaft: Andy Schmid.

Andy Schmid, der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen, erhält Rückendeckung nach seiner Kritik an niveaulosen Posts in den sozialen Medien. Am Samstag wartet eine schwierige Aufgabe auf den Handball-Bundesligisten.

Folgendes hatte Andy Schmid vergangene Woche online gepostet: „Kritisiert uns (berechtigt), lasst eurem Unmut freien Lauf – dies ist völlig okay. Aber es gibt Leute, die haben bei Mama und Papa früher zu wenig zugehört, wie man sich respektvoll verhält. An euch: Bleibt diesem Verein fern, sucht euch ein anderes Ziel für eure Anfeindungen.“

„Andy Schmid hat Recht. Bei manchen Aussagen habe ich den Kopf geschüttelt.“ Das sagte auf Anfrage Detlef Wurzler, Mitglied des Vorstandes der Baden Lions, dem größten Fanklub der Löwen. Er fand die respektlosen Kommentare daneben. Ihm missfällt, dass die Aussagen anonym sind. „Anfeindungen sind fehl am Platz. Ich verstehe die Leute nicht. Die Mannschaft spielt ja nicht mit Absicht schlecht“, führte Detlef Wurzler aus. Er verfährt – auch wenn er die eine oder andere Personalie hinterfragt – nach dem Motto: in guten wie in schlechten Zeiten.

Fanvertreter gibt Schmid Recht

„Wir müssen der Mannschaft helfen. Zuletzt haben wir gesehen, dass wir da, wo wir stehen, nicht mehr das Glück hatten wie früher.“ In der SAP-Arena im Spiel gegen den SC DHfK Leipzig kassierte das Team in allerletzter Sekunde den 28:28-Ausgleich, bei der MT Melsungen verlor die Mannschaft 24:25.

Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann steht voll und ganz zu ihrem Regisseur: „Zunächst einmal muss ich richtigstellend sagen, dass es sich nicht um Fankritik handelt. Andy hat nicht unsere Fans kritisiert, sondern wahllos herumpöbelnde Social-Media-Nutzer, die ihre beleidigende, diffamierende und teils wirklich hässlichen Kommentare in Richtung unserer Mannschaft und unseres Klubs absetzen. Dies ist mittlerweile in der Sportwelt leider gang und gäbe. Andys Meinung, dass wir solche Kommentare nicht bei uns lesen wollen, teile ich zu 100 Prozent.“

Kettemann: Kritik darf geäußert werden

Die Geschäftsführerin weiter: „Wenn Kritik angebracht ist, darf sie gerne geäußert werden. Auch auf unseren Kanälen. Aber das muss innerhalb bestimmter Grenzen geschehen. Und die Grenzen sind da, wo ich andere beleidige und herabwürdige, wo ich ausfallend und verletzend werde. Das ist das, was Andy gesagt hat, und dahinter stehe ich voll und ganz.“ Andy Schmid ziele nicht auf die Anhänger, die sachliche Kritik äußerten, denen etwas an den Löwen liege. „Diese Menschen hat Andy explizit nicht gemeint mit seiner Kritik. Das bitte ich zu unterscheiden“, sagte Kettemann.

„Andy hat mich informiert, dass er das schreibt. Ich finde, er hat es gut gemacht. Das war sehr, sehr mutig von ihm. Er hat sich vor den Verein, vor die Mannschaft gestellt“, erklärte Trainer Klaus Gärtner. Auch sein Tenor: Kritik an der Sache ist in Ordnung. „Die Fans haben das Recht dazu, der Verein steht da, wo er steht, auch wegen unserer Fans. Wir sind alle nicht zufrieden, wir wissen, dass wir es besser machen können“, meinte er.

Ein schweres Spiel naht

Am Samstag (20.30 Uhr) droht den Löwen neues Ungemach: Die Füchse Berlin gastieren in der SAP-Arena. Die Füchse halten Kontakt zur Tabellenspitze. Offen ist, ob der am Fuß verletzte Albin Lagergren dabei ist. „Es ist sehr schade, dass wir uns mit Blick auf das Spiel gegen den Bergischen HC schon dreimal nicht belohnt haben. Dann sähe die Welt nicht gut, aber ordentlich aus. Vor den Spielen gegen die Füchse und in Kiel hätten wir ein kleines Polster“, sagte Gärtner.

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