Handball
Rhein-Neckar Löwen verlieren gegen Favoritenschreck Leipzig
Der enttäuschte Rechtsaußen Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen suchte nach dem Spiel nicht nach Ausreden. „Leipzig war uns in allen Belangen überlegen. Wir konnten unsere verletzungsbedingten Ausfälle diesmal nicht kompensieren. Nach einem verschlafenen Start sind wir nie mehr richtig rangekommen“, sagte der Kapitän. Das 29:37 (13:19) war die vierte Niederlage in dieser Saison.
Der SC DHfK Leipzig ist dagegen die Mannschaft der Stunde und durchaus ein Favoritenschreck für die Großen der Liga. Neun Erfolge aus den letzten elf Spielen, davon die überraschenden Siege gegen Meister SC Magdeburg und Rekordmeister THW Kiel. – mit diesem Selbstvertrauen ging die Mannschaft von Trainer Runar Sigtryggsson vor 5466 Zuschauern in die Partie. Die Löwen mussten ohne ihren verletzten Abwehrchef Olle Forsell Schefvert und den nach seinem Muskelfaserriss in der Wade noch nicht wieder genesenen Uwe Gensheimer antreten.
Leipziger Torwart überragend
Obwohl der Ex-Leipziger Joel Birlehm in der ersten Halbzeit sieben Mal parierte, kassierten die Löwen schon 19 Treffer bis zur Pause. Coach Sebastian Hinze nahm nach 13 Minuten die erste Auszeit. Da lag sein Team schon mit fünf Toren zurück. Nach einer starken Parade von Birlehm verwertete Lukas Binder den Abpraller zum 10:5 für die Gäste. Es war nicht der einzige Abpraller, den die Leipziger verwandelten. Die Sachsen waren schneller und cleverer. Ende der ersten Halbzeit trafen die Löwen drei Mal in Folge (Groetzki, Kirkelökke, Nilsson). Jetzt hätten Spielmacher Juri Knorr und seine Kollegen nachlegen müssen. Aber das war nicht der Fall. Knorr erzielte zwar elf Treffer (davon sieben Siebenmeter), konnte seine Mitspieler jedoch nicht wie gewohnt in Szene setzten.
Richtig besser wurde es auch im zweiten Abschnitt nicht. Bezeichnend waren vier vergebene Chancen innerhalb von fünf Minuten. Zweimal Lion Zacharias, Albin Lagergren und Patrick Groetzki fanden jeweils in dem überragenden Leipziger Torwart Kristian Saeveraas ihren Meister. Der norwegische Nationaltorwart war neben dem Halbrechten Viggo Kristjansson (elf Tore) bester Spieler auf dem Parkett. „Wir haben aktuell wirklich einen Lauf und legen ein unglaublich hohes Tempo vor“, sagte Saeveraas.