Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Rhein-Neckar Löwen verlieren einen Punkt

Die Löwen-Spieler können es nicht fassen.
Die Löwen-Spieler können es nicht fassen.

Die Rhein-Neckar Löwen spielen gegen den SC DHfK Leipzig nur 28:28. Mit der letzten Aktion schaffen die Gäste noch ein Tor. Dabei sah es nach einem Erfolg für die Löwen aus. Sie haben eine tragische Figur in ihren Reihen.

Schockstarre in der SAP-Arena. Die Spieler der Löwen, die Fans, sie konnten es nicht fassen. Enttäuschte, konsternierte Blicke nach dem Abpfiff. Mit der Schlusssirene kassierten die Gastgeber am Dienstagabend noch den Ausgleich. Bitter!

Löwen führen 28:26

Die Zeichen standen auf Sieg. Die Löwen gingen mit einer 28:26-Führung in den Endspurt. Dann verkürzten die Gäste mit einem Siebenmeter durch Lukas Krzikalla, Mait Patrail kassierte zudem nach seiner Abwehraktion eine Zwei-Minuten-Strafe. Benjamin Helander, der auf dem Weg war zum Spieler des Abends, vergab aber die letzte Chance beim Stand von 28:27, mit einem weiten Abwurf durch Keeper Kristian Saeveras kam Patrick Wiesmach an den Ball – und traf. Zuvor war Helander noch cool geblieben, beim 28:26.

„Ein Punkt hier zu holen ist toll, das habe ich noch nicht erlebt. Es war eine faire Punkteteilung“, meinte Joel Birlehm, der Torhüter der Leipziger und ab der Saison 2023/2024 bei den Löwen zwischen den Pfosten. Übertroffen wurde er gestern von seinem Kollegen Nikolas Katsigiannis. „Ich hätte den letzten Ball gerne gehalten. So kann aber der Sport sein. Wir wollten unseren Zuschauern einen Sieg schenken. In gewissen Situationen fehlt uns aber die Abgezocktheit“, resümierte der Routinier.

Mit Biss

Viel sprach für die Löwen. Sie zeigten Biss, sie zeigten viel Willen, sie wollten diese Partie partout für sich entscheiden. Ein Beispiel: Philipp Ahouansou brachte mit dem Halbzeitpfiff irgendwie den Ball über die Linie. Aus einem 11:13 wurde so eine 14:13-Führung. Wie schon im DHB-Pokalspiel im Oktober zeigte Torhüter Nikolas Katsigiannis eine klasse Leistung. Der Oldie sorgte mit seinen Paraden zu Beginn der zweiten Halbzeit dafür, dass die Löwen auf 19:16 vorlegten. Katsigiannis’ Meisterleistung: ein aus kurzer Distanz abgewehrter Ball von Rückraum-Hüne Marko Mamic in der 48. Minute. Gut war der Schachzug von Trainer Klaus Gärtner, Ymir Gislason im Deckungszentrum durch Kristjan Horzen zu ersetzen, die Abwehr war so über weite Phasen viel stabiler. „Dass es so ausgeht, müssen wir uns selbst zuschreiben. Man kann Benjamin keinen Vorwurf machen. Er ist die tragische Figur, das ist schade für ihn. Leipzig hat den Punkt aber auch verdient“, meinte Klaus Gärtner.

Umkämpfter als im Pokal

Das Spiel war wesentlich umkämpfter als die Pokalpartie, die die Löwen 31:24 gewannen. Die Gastgeber starteten konzentriert, führten 4:1. Niclas Kirkelökke gelang gleich ein Hattrick. Der Däne musste durchspielen, da Albin Lagergren wegen einer Fußverletzung nicht dabei war. Entscheidend absetzen konnte sich kein Team. Leipzig hielt mit.

Für die Löwen geht es bereits am Donnerstag (19.05 Uhr) weiter: Dann steht die Partie bei der MT Melsungen auf dem Programm. „Wir müssen schnell aufstehen, in Melsungen ein gutes Spiel machen“, sagte Gärtner.

So spielten sie

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Palicka (bei zwei Siebenmetern) - Kirkelökke (6), Schmid (3), Nilsson (2) - Groetzki (2), Helander (7/1) - Kohlbacher (4) - Abutovic, Gislason, Knorr (2), Horzen, Ahouansou (2), Patrail

SC DHfK Leipzig: Birlehm, Saeveras (ab 31.) - Ivic (4), Jotic (4), Mamic (4) - Wiesmach (5), Esche - Ernst, Krzikalla (4/4), Milosevic (4), Hanemann, Sunnefeldt, Binder (3), Remke

Spielfilm: 4:1 (6.), 7:8 (12.), 9:10 (17.), 11:11 (23.), 12:13 (27.), 14:13 (Halbzeit), 17:16 (37.), 19:18 (43.), 22:22 (48.), 25:24 (53.), 27:25 (57.) - Siebenmeter: 4/2 - 4/4 - Zeitstrafen: 4/3 - Beste Spieler: Katsigiannis, Knorr, Kohlbacher - Wiesmach, Jotic, Saeveras - Zuschauer: 3269 - Schiedsrichter: Otto/Piper (Syke-Barrien/Kiel)

x