Anstoss
Rhein-Kultur
In den sechs Wochen seit seinem Einstieg im Kölner Grüngürtel hat Steffen Baumgart im Geißbockgehege schon ordentlich durchgekehrt. Den Besen fest in der Hand hält der 49-Jährige aber nicht nur bei der Arbeit mit den Profis, sondern auch im Umgang mit seinem Trainerteam. Wie für das Kölner Rasenpersonal gibt es für die Coaches einen eigenen Strafenkatalog. Bei einer benutzten Kaffeetasse auf dem Schreibtisch etwa wandern fünf Euro in die Kasse. Wer zu spät kommt, zahlt pro verbummelter Minute zehn Euro. Und bei einer Gelben Karte im Spiel wird ein Fass Kölsch fällig.
Kölner Hoffnung
Baumgarts Kollege Adi Hütter, am Freitagabend in der Schlussphase des Bayern-Spiels verwarnt, hätte da gleich beim Saisonstart schon mal zum Getränkehandel radeln müssen. Stattdessen konnte sich Gladbachs Coach in Ruhe anschauen, was der potenzielle Europacup-Konkurrent Leverkusen am Samstag bei Union Berlin so anstellte. Mit den Kölnern, die froh wären, den Klassenerhalt diesmal ohne Relegation zu bewerkstelligen, werden sich Hütters Fohlen zwar kaum in die Quere kommen. Ein Blick auf die FC-Partie heute gegen Hertha kann aber ebenfalls nichts schaden.
Mut, Kraft und Wille
Ausbügelbedarf besteht bei den drei rheinischen Klubs allemal, denn zufrieden mit der letzten Spielzeit waren weder der Werksklub als Sechster noch die Borussia (8.) noch der „Effzeh“ (16.). Deshalb werkeln seit diesem Sommer in Gerardo Seoane, Hütter und Baumgart an allen drei Standorten neue Übungsleiter. Und dieses Trio wiederum ist vereint in seiner Angriffsfreude. Dabei soll der Schweizer Seoane an den Offensivstil seiner Vorgänger Peter Bosz oder Roger Schmidt anknüpfen. Hütter hat mit Frankfurt schon gezeigt, dass Mut, Kraft und Wille ein Team wie die Eintracht fast bis ins Europa-League-Finale führen können. Und Pressing-Freund Baumgart übernimmt ohnehin gerne die Initiative – was mitunter auch mal in der Einführung von Strafenkatalogen münden kann.