Turnen RHEINPFALZ Plus Artikel „Rendezvous der Besten“ in Ludwigshafen: Eine geturnte Siegerehrung

So ein verrückter Zirkus: Crazy Circus vom TB Hermersberg.
So ein verrückter Zirkus: Crazy Circus vom TB Hermersberg.

Die Gala „Rendezvous der Besten“ ist der Höhepunkt im Programmkalender des Pfälzer Turnerbundes (PTB). Dafür wird den Athleten regelmäßig die ganz große Bühne bereitet.

550 Sportlerinnen und Sportler waren es am Vorabend des ersten Advents vor 2000 Zuschauern in Ludwigshafen. Sie präsentierten ihr Programm, mit dem sie erfolgreich beim vorgelagerten Wettbewerb „It's Showtime“ vor drei Wochen Jury und Publikum überzeugten. Eine Art geturnte Siegerehrung.

Die „Show der Sieger“ steht für atemberaubende Akrobatik und märchenhafte Choreographien. Das war am Samstag bei der 23. Auflage nicht anders. Trotzdem ließ das gut dreistündige Programm mit 26 Darbietungen auch Platz für besinnliche Momente. Mit einer Hommage an die im Mai im Alter von 103 Jahren verstorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer setzte die Gruppe „Just Dance“ der VT Böhl ein emotionales Ausrufezeichen. Der moderne Ausdruckstanz mit dem Titel „Free your mind“ war auch als Anklage gegen Hass und Ausgrenzung zu verstehen: „Schaut nicht auf das, was euch trennt, sondern das, was euch verbindet.“

Die Racing Ropes der TS Gerersheim.
Die Racing Ropes der TS Gerersheim.

Den gemeinsamen Weg zweier Freundinnen mit allen Höhen und Tiefen bis hin zur Trennung beschrieb das Duo Olga Ber und Liane Falsone vom TSV Speyer mit ihrem Tanz „Für immer verbunden“. Es waren mitunter auch die leisen, die eindringlichen Töne, die das Publikum begeisterten. Mit ihrem Programm „Girls just wanna have fun“ hat das Team „For Motion“ der DJK SG Palatia Limburgerhof ein echtes Statement gesetzt. Die ganz in weiß gekleideten Damen hielten mit ihrem Tanz ein eindringliches Plädoyer für die Selbstbestimmung von Frauen. Der tosende Applaus für ihre Darbietung war nicht nur dem Heimvorteil geschuldet.

Diese fein dosierten Botschaften kamen an. Und setzten den Trend für die diesjährige Gala. Die gesprochenen Passagen, auch mal mit Rap-Klängen untermalt, haben auch die Zuschauer berührt. Überhaupt hatte die Show jede Menge Gänsehautmomente, aber auch Aha-Effekte zu bieten. Denn neben berührenden Tanzdarbietungen gab es am Samstag auch jede Menge Akrobatik und turnerische Höchstleistungen zu bestaunen. So zündeten die Jungs des Stützpunkts Westpfalz-Turngau zur Musik von Voxxclub stilecht in Lederhose und Karohemd ein regelrechtes Gaudi-Feuerwerk mit spektakulären Sprüngen und einem frechen Hauptdarsteller. Brezeln fürs Publikum inklusive.

Rotkäppchen 2.0 (TSV Speyer).
Rotkäppchen 2.0 (TSV Speyer).

Bei der „Showtime“ landete die Twisters Family der Kolpingfamilie Schifferstadt mit Szenen aus dem Film „Sister Act“ in der stark besetzten „Offenen Klasse“ lediglich auf dem siebten Rang. Weit entfernt also von einer Teilnahme beim „Rendezvous der Besten“. Da aber das Publikum in Rodalben die Gruppe frenetisch gefeiert hatte, wurde kurzerhand eine neue Kategorie mit dem Titel „Das gewisse Etwas“ eingeführt. Wildcard trifft's wohl am ehesten.

Die gab es – ganz offiziell – für die viertplatzierten „Crazy Jumper Kids“ der TSG Eisenberg mit ihrem Programm „Illusionen in black and white“. Damit setzte die Jury bewusst ein Zeichen der Wertschätzung für die Nachwuchsarbeit in den Vereinen. Denn selten zuvor war die Kategorie „Kinder“ so stark besetzt wie in diesem Jahr, als sich bei der „Showtime“ die Turn- und Tanzmäuse der TS Rodalben („Cats“) und die Kids des TB Hermersberg („Crazy Circus“) in einem spektakulären Wettbewerb am Ende den ersten Platz geteilt hatten. Mit ihrem Programm „Avatar – Im Herzen von Pandora“ landeten die Dance-Art-Kinder des TSV Speyer auf dem dritten Platz.

Die Crazy Jumpers der TS Rodalben.
Die Crazy Jumpers der TS Rodalben.

In der Kategorie „Jugend“ setzt sich dieser Trend fort: Der Nachwuchs der TS Rodalben mit seiner Performance „Blütenzauber“, die „Mission Red“ des TB Hermersberg und die Neuinterpretation des Märchens Rotkäppchen der TSV Speyer begeisterten auch das Ludwigshafener Publikum. Ebenso wie die Darbietungen der „Minis“ aus Eisenberg („Miau, Miau – Cats on Stage“) und Rodalben („Froschkönig“).

Den spektakulären Schlusspunkt des Abends setzte das Gym- and Dance-Team der Turnerschaft Rodalben mit ihrer eindrucksvollen Show „Lucifer – Fallen Angel“. Mit ihrem Programm hat sich die TSR ebenso für das Bundesfinale des Deutschen Turnerbundes qualifiziert wie die Sparkling Skipper der TS 1863 Germersheim mit ihrem Programm „Racing Ropes“ und die Gruppe Just Dance der VT Böhl. Die Jugendlichen der TSR werden zudem mit ihrem Programm „Blütenzauber“ den PTB bei den „TuJu-Stars“ im nächsten Jahr vertreten.

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