Eulen Ludwigshafen
Remis gegen Dessau-Rosslau: ein halber Befreiungsschlag
Gastgeschenke brachte der Dessau-Rosslauer HV aus Ludwigshafens Partnerstadt Dessau am Dienstagabend in Form von zwei Punkten nicht mit. Die Eulen Ludwigshafen retteten aber nach hartem Kampf beim 31:31 (13:15) in der mit 1773 Fans gut gefüllten Eberthalle – die Fans waren fast alle, wie gewünscht, in Rot erschienen – wenigstens einen wichtigen Punkt im Abstiegsrennen der Zweiten Liga. Eulen-Trainer Michel Abt sagte hinterher: „Nach einem Drei-Tore-Vorsprung kurz vor Ende fühlt es sich im ersten Moment wie ein verlorener Punkt an.“ Die Angriffsleistung der Eulen war aus seiner Sicht okay, „die Mannschaft hat alles gegeben, und ich sehe uns wieder einen Schritt weiter“.
Abnutzungskampf von Beginn an
Wieder zum Kader gehörten diesmal Jan Remmlinger, der zuvor wegen seines Innenbandrisses im Knie 15 Spiele lang pausiert hatte. Maximilian Haider streifte nach zehn Partien Pause (Rückenprobleme) wieder das Eulen-Trikot über – und Matej Asanin stand wieder als Back-up für Torwart Ziga Urbic bereit.
Es begann vom Anpfiff weg ein Abnutzungskampf, in dem die Eulen schnell im Hintertreffen (1:4, 7.) waren, sich immer wieder rankämpften, aber den Ausgleich nicht schafften. Wie beim Wurf von Julius Meyer-Siebert in der Schlussminute der ersten Hälfte, der erst am Fuß des starken Gäste-Torhüters Julian Malek und danach am Pfosten landete. Es hätte das 13:13 sein können.
Nervosität ist spürbar
Die Mannschaft des Dessau-Rosslauer HV deckte defensiv, nur gegen den Eulen-Halbrechten Stefan Salger weiter vorne. Und die Gäste aus Ludwigshafens Partnerstadt Dessau machten viel Tempo. Sinnbildlich war der Treffer zum 1:1 – kaum hatte Jannik Hofmann von Linksaußen für die Eulen getroffen, zappelte der Ball nach einem schnellen Anwurf 13 Sekunden später im Netz des Kastens von Ziga Urbic: Lennart Giese hatte von Rechtsaußen Maß genommen.
Im Angriff begann zunächst Max Neuhaus als Spielmacher, ab der zwölften Minute löste ihn Marc-Robin Eisel ab. Den Eulen merkte man im Angriff die Verunsicherung nach zwölf Niederlagen in den letzten 13 Spielen an: Da wurde der ein oder andere schlechte Pass gespielt, der zu einem Ballverlust führte, Hendrik Wagner verwarf einen Siebenmeter (5.). In Überzahl traute sich keiner, aufs leere Tor zu werfen.
Salger positioniert sich eindeutig
Trotzdem blieben die Eulen nach der Pause immer in Schlagweite. 17:18, 19:20 – mehrmals fasste sich jetzt Marc-Robin Eisel ein Herz, zog voll auf die Abwehr und traf. Wie beim 28:26. Beim 30:27 kurz vor Schluss glaubten alle Fans, dass der doppelte Punktgewinn jetzt eingetütet sei. Aber ein Fehlwurf des unglücklichen agierenden Hendrik Wagner und ein weiterer Fehlpass, der zu einem Gegenstoß-Tore führte, brachte die Gäste doch noch mal zurück ins Spiel.
Der starke Eulen-Halbrechte Stefan Salger positionierte sich nach dem Spiel verbal eindeutig: „Wir haben ein Tor zu wenig erzielt, deswegen haben wir einen Punkt verloren. Im Abstiegskampf zählt jeder Punkt und jedes Tor. Am Freitag gegen Rostock wollen wir den heute schon möglichen Sieg einfahren.“ Es muss weiter gezittert werden bei den Eulen: Am Freitag, 19.30 Uhr, kommt der HC Empor Rostock in die Eberthalle. Am Samstag, 11. Juni, müssen die Eulen im letzten Spiel dann zum bereits abgestiegenen TV Emsdetten.
So spielten sie
Eulen Ludwigshafen: Urbic, Asanin (40.-60.) - Salger (7), Neuhaus, Wagner (4) - Hofmann (5/2), Durak (3) - Job (2) - Dietrich (1), Eisel (6), Haider (2), Meyer-Siebert, Remmlinger (1)
Dessau-Rosslauer HV: Malek, Ambrosius (49.-60.) - Emanuel (5), Löser (2), Sohmann (8/4) - Gliese (1), Neumann (3) - Leu (1) - Baumgart (3), Bielzer (3), Haeske (1), Gansau, Pust (4)
Spielfilm: 1:4 (7.), 3:4 (10.), 5:9 (16.), 7:11 (21.), 10:12 (24.), 13:15 (Halbzeit), 15:18 (34.), 17:18 (37.), 20:21 (43., 21:21 (44.), 23:23 (47.), 26:26 (50.), 29:26 (54.), 30:29 (58.), 30:30 (59.), 31:31 (Ende) - Zeitstrafen: 3:5 - Siebenmeter: 4/2 - 4/4 - Beste Spieler: Salger, Eisel, Hofmann - Malek, Sohmann, Emanuel - Zuschauer: 1773 - Schiedsrichter: Dinges/Schmack (Stutensee/Stuttgart).