FCK
Rücktritte am „Betze“: Die Giftpfeile zeigen Wirkung
Die Ersatzkandidaten Johannes Benjamin Remy und Valentin Helou rücken erwartungsgemäß ab sofort in den Aufsichtsrat des FCK e. V.; bei seiner nächsten Sitzung, die für heute geplant ist, will das Gremium einen neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden küren. Das war bisher Koblischeck.
Immobilienunternehmer Remy aus Olpe in Südwestfalen und Geschäftsführer Helou aus Kleinmachnow vor den Toren Berlins erhielten bei der virtuellen Jahreshauptversammlung am 26. Februar von den Mitgliedern die sechst- und siebtmeisten Stimmen und wurden damit die ersten beiden von drei möglichen Nachrückern. Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Keßler, mit Markus Merk und Fritz Fuchs bilden sie fortan das oberste Kontrollgremium des Vereins.
Aus dem Fünfer-Team von 2019 sind noch zwei übrig
Nach Telekom-Manager Koblischeck war auch Banker und Ex-SC-Freiburg-Vorstandsmitglied Weimer zurückgetreten. Er war seit 1. Dezember 2019 FCK-Aufsichtsrat, mit Keßler und Merk der „Rest“ des damals angetretenen Fünfer-Teams. Ehrenamtlich.
Anzeigen wegen möglicher Interessenskonflikte
Mitte 2020 wechselte Weimer seinen Arbeitgeber. Nach RHEINPFALZ-Informationen gab es zwischen seiner neuen Bank, die auch Sportfinanzierer ist, und Weimer zum Thema FCK schon damals eine Compliance-Vereinbarung zur Regel- und Gesetzestreue, dass der Klub und die Bank keine Geschäftsbeziehungen eingehen, solange Weimer im Amt ist.
Aber seine Wiederwahl wurde nach der Jahreshauptversammlung von einzelnen aus dem FCK-Umfeld gezielt massiv in Frage gestellt. So liegen nach RHEINPFALZ-Informationen drei Anzeigen vor, über die Weimers Bank und die Finanzaufsicht informiert wurden. Vorwurf: ein Konflikt von Weimers Tätigkeit bei dem Geldhaus, das auch Fußballfinanzierung betreibt, mit Artikel 13 (7) der Vereinssatzung: Dort geht es um mögliche, sehr spezifische Verflechtungen von Beruf und der ehrenamtlichen Gremientätigkeit.
FCK und DFB hatten keine Bedenken
Der FCK-Ehrenratsvorsitzende, der Jurist Michael Koll, und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt stellten auf Anfrage Weimers keine Satzungskonflikte fest. Auch der DFB hatte bei seiner turnusmäßigen Prüfung laut FCK nichts einzuwenden. Am 15. März erlangte Weimer Kenntnis von einer ersten Anzeige gegen ihn. Die zweite und dritte Anzeige brachten nun das Fass zum Überlaufen. Weimer betont, er sehe „bis heute keine Interessenskonflikte“ mit seinem Beruf, wolle aber sich, seine Familie und den FCK schützen. Ein erzwungener Rückzug eines Stillen vom „Betze“.
