HANDBALL
Rückkehr von Christian Klimek: Wieder im Eulennest gelandet
Über die Anfrage mussten die Verantwortlichen bei den Eulen Ludwigshafen nicht groß nachdenken. Christian Klimek klopfte an, um vorzufühlen, ob der Handball-Bundesligist ihn verpflichten möchte. Bei seinem Verein TBV Lemgo hatte der Kreisläufer seinen Vertrag nicht verlängert bekommen und das, obwohl er seinen Anteil daran hatte, dass Lemgo nach vielen Jahren wieder ins Final-Four des Pokals eingezogen ist. „Ich habe mittlerweile eine kleine Familie. Da überlegt man noch mehr, wohin man wechselt: Will man ins Ausland oder noch einmal weiterziehen? Meine Frau und ich sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir es in Ludwigshafen probieren. Wir kommen ja beide aus Ludwigshafen“, erzählt Klimek, dessen Sohn elf Monate alt ist.
Keine einfache Zeit
Die Corona-Zwangspause war für ihn sportlich gesehen keine einfache Zeit. Sein alter Klub TBV Lemgo hatte alle Spieler in die Kurzarbeit geschickt. „Wir durften nichts machen“, sagt Klimek. Fünf Monate konnte er letztlich nicht trainieren. An den Grundlagen arbeitete der 30 Jahre alte Klimek dann für sich selbst. Krafttraining ist eine Selbstverständlichkeit.
Zum Trainingsauftakt der Eulen Ludwigshafen Mitte Juli kam Klimek voller Zuversicht. „Ich bin so fit wie lange nicht“, versicherte er. Sprich: Auch sein Rücken hält. Denn bei seinem Wechsel 2014 von der TSG Friesenheim zu Nettelstedt-Lübbecke hatte sich Klimek einen Bandscheibenvorfall zugezogen, der längst auskuriert ist.
Die Trainingshalle der Eulen ist kein unbekannter Ort für Klimek. In seiner Jugend spielte er unter anderem dort mit der TSG Friesenheim um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft. „Da ging es immer heiß her“, erinnert sich Klimek, wie auch in den Duellen zwischen den Eulen und Lemgo, wohin er 2016 wechselte. Die Friedrich-Ebert-Halle, die Heimspielstätte der Eulen, ist bekannt für die spezielle Atmosphäre.
Klares Ziel in spezieller Atmosphäre
„Die müssen wir nutzen“, sagt Klimek. Denn er hat ein klares Ziel vor Augen. „Ich will mit der Mannschaft den Klassenverbleib schaffen, aber nicht erst auf den allerletzten Drücker, sondern vier Spieltage davor“, betont Klimek und schiebt sofort nach: „Das wäre ideal.“
Aber ob es ideal laufen wird, hängt von vielen Faktoren ab in einer Runde mit 38 Spielen. Dürfen überhaupt Zuschauer bei den Spielen dabei sein? Denn ohne Fans in der Eberthalle wäre der Heimvorteil ziemlich futsch. Kommen die Eulen ohne Verletzungssorgen durch die Saison so wie vergangene Runde? Alles Fragen, auf die weder Klimek noch Trainer Ben Matschke eine Antwort parat haben.
Der neue Humba-Einheizer?
Christian Klimek spielt im Konzept von Matschke eine wichtige Rolle. „Ich werde ihn oft in meine Kabine holen und mit ihm über das Team sprechen“, sagt Matschke. Klimek wird am Kreis und im Innenblock der Abwehr eine tragende Rolle einnehmen, daher darf er sich nicht groß verletzen. Außerdem wird Klimek eine Führungsrolle im Team bekommen. Das traut er sich auch zu, sagt er: „Ich bin für alles offen“. Damit meint er das Amt des stellvertretenden Kapitäns. Mannschaftsführer ist seit 2017 Gunnar Dietrich.
Klimek ist ein emotionaler Spieler und könnte gut die Rolle von Kai Dippe ausfüllen, der seine Laufbahn bei den Eulen beendete. Wer weiß, vielleicht wird Klimek ja auch Nachfolger von Einheizer Dippe bei der Humba...
Steckbrief
Klimek wurde in Ludwigshafen geboren, spielte beim TV Edigheim und bei der HSG Worms. Er kam als 17-Jähriger zur TSG Friesenheim und spielte sich über die A-Junioren und zweite Mannschaft ins Profiteam. 2014 ging Klimek zu Nettelstedt-Lübbecke, 2016 zum Bundesligisten TBV Lemgo. Parallel absolvierte er eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann.