KOMMENTAR RHEINPFALZ Plus Artikel Note zwei – die Jahreshauptversammlung des FCK in der Kritik

Souveräner Auftritt: FCK-Vorstandsmitglied Tobias Frey.
Souveräner Auftritt: FCK-Vorstandsmitglied Tobias Frey.

Für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern hat es am Freitagabend bei der digitalen Jahreshauptversammlung einige gute Nachrichten gegeben. Ein Beigeschmack aber bleibt.

Die ganz akuten Finanznöte des eingetragenen Vereins 1. FC Kaiserslautern sind gelindert. Erneut helfen die regionalen Investoren mit ihrer Saar-Pfalz-GmbH dem Klub. Dank ihres Darlehens will der e. V. seine 2021 fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Dritten allesamt bedienen können. Die fünf Unternehmer und reichen Fans halten den notleidenden FCK mit ihrem Geld am Leben. Klar ist, dass dadurch die faktische Abhängigkeit der Roten Teufel von diesen Investoren immer stärker wird. Andere große Eigenkapitalgeber zu binden, ist der Ende 2019 runderneuerten FCK-Spitze noch nicht gelungen. Dennoch ist es zunächst eine gute Nachricht, dass der e. V. etwas durchatmen kann. Vorerst.

Meist souveräne Redner

Das passt zu einer im Großen und Ganzen gelungenen Versammlung am Freitagabend. Die Technik bei der digitalen Großrunde hat bis auf ein, zwei Mini-Wackler prima funktioniert. Vereinsmanager Jonas Bohrmann, die Vorstände sowie die Aufsichtsräte Rainer Keßler als Versammlungsleiter und Martin Weimer, der erstmals öffentlich etwas mehr zur Geltung kam, haben ihre Sache gut gemacht. Weimer und Keßler bekamen auch die meisten Stimmen. Danach folgte der einzige Neue im Rat, Bernhard Koblischeck, der mit einem souveränen Auftritt imponierte. Er wird dem neuen Aufsichtsrat guttun.

Heißes Eisen: die 20- oder 10-Prozent-Hürde

Ein heißes Eisen hat der FCK aber angefasst: Die geplante Verkleinerung der Hürde von 20 auf zehn Prozent des Aktienkapitals für einen Management-GmbH-Beiratssitz für Investoren sorgt seit Freitag für heftige Diskussionen und für starke Kritik der FCK-Mitglieder. Das war 2018 anders besprochen.

Von FCK-Bossen ganz schlecht gemanagt: die „Bild“-Sache

Rainer Keßler hat zudem Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Vertrauliche interne Sitzungsprotokolle wurden an die Springer-Presse gegeben. Der Umgang mit einem „Bild“-Redakteur hätte von den Bossen besser gemanagt werden müssen – dann wäre es wohl auch nicht zu dem Antrag gekommen, ihm die Zuschaltung zur Versammlung zu entziehen. Pressefreiheit steht über fast allem; daher schadet der Vorgang dem Ansehen des FCK bundesweit auch bei Investoren eher, als dass er nützt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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