Basketball
Nationalmannschaft: Mit Kämpferherz zur Tabellenführung
In Heidelberg wurden bis zum Montagabend zwölf offizielle Länderspiele ausgetragen, von denen die deutsche Nationalmannschaft elf gewann. Danach, dass im 13. Anlauf ein weiterer Sieg gelingen sollte, sah es lange Zeit nicht aus. Die Mannschaft um ihren Topscorer Maodo Lo kam erst im letzten Abschnitt so richtig in Fahrt, lag zwischenzeitlich mit 15 Punkten (50:65/28.) im Hintertreffen.
Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges in der Ukraine, zuvor wurde Kapitän Robin Benzing für sein 150. Länderspiel geehrt. Der Routinier hatte phasenweise Pech im Abschluss, war aber zur Stelle, als es darauf ankam. Mit seinem Treffer zum 84:80-Endstand stellte Benzing den dritten Sieg im vierten Qualifikationsspiel vier Sekunden vor dem Ende sicher.
Euroleague-Spieler helfen
Herbert konnte gegen Israel erstmals auf Verstärkung aus der Euroleague bauen. Aufbauspieler Maodo Lo und Power Forward Johannes Thiemann von Meister Alba Berlin sowie Shooting Guard Andreas Obst (Bayern München) mussten zunächst mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen. „Wir hatten nur ein richtiges Training zusammen, das war nicht einfach. Aber sie haben ihre Sache sehr gut gemacht“, stellte der Bundestrainer klar.
Lo erzielte 18 Punkte und gab sieben Korbvorlagen, Obst stach vor allem in der Crunch-Time hervor. Die 2413 Zuschauer im gegen Ende der Partie äußerst stimmungsvollen SNP Dome bekamen bis zum Seitenwechsel ein ausgeglichenes Spiel zu sehen. Nach der Pause wurde die deutsche Mannschaft kalt erwischt, weil sie offensiv und defensiv den Faden verlor. Israel nutzte die Abstimmungsschwierigkeiten bei den neu zusammengewürfelten Deutschen eiskalt aus.
„Charakter gezeigt“
„Wir haben uns das Momentum dann in der Abwehr zurückgeholt und die wichtigen Würfe getroffen. Mir hat sehr gefallen, wie sehr wir in den letzten drei, vier Minuten gekämpft haben“, betonte der Bundestrainer. „Der Sieg war absolut verdient, wir haben Charakter gezeigt“, fand Christian Sengfelder, der an seinem 27. Geburtstag 14 Punkte beisteuerte. Deutschland zeigte im letzten Abschnitt ein großes Kämpferherz und legte mit einem 9:0-Lauf zum 59:65 (31.) den Grundstein zur erfolgreichen Aufholjagd. Mit einem Distanzwurf zum 72:75 brachte Obst seine Farben endgültig in Schlagdistanz und verwandelte den SNP Dome schlagartig in einen Hexenkessel. Beflügelt von den jetzt immer lauter werdenden Anfeuerungsrufen rissen die Deutschen das Spiel entschlossen an sich und gingen zwei Minuten vor dem Ende mit 76:75 (38.) erstmals wieder in Front.
Verstärkung erwartet
Mit einer Bilanz von drei Siegen bei einer Niederlage ist das deutsche Team nun alleiniger Tabellenführer der Gruppe D. Die ersten drei Mannschaften kommen eine Runde weiter, alle Resultate aus der ersten Gruppenphase werden in die zweite mitgenommen.
Die letzten beiden WM-Qualifikationsspiele der ersten Gruppenphase stehen am 30. Juni in Estland und am 3. Juli gegen Polen an. Neben den Euroleague-Akteure dürften dann auch die deutschen NBA-Spieler, wie zum Beispiel Dennis Schröder (Houston Rockets) und Daniel Theis (Boston Celtics) wieder zur Verfügung stehen.