1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Pleite gegen Regensburg: Ein „geiler“ Schuss vor den Bug

Schwarzer Tag: Boris Tomiak (rechts, vorne) hatte an allen Gegentoren eine Teilschuld.
Schwarzer Tag: Boris Tomiak (rechts, vorne) hatte an allen Gegentoren eine Teilschuld.

Nach dem Freudenfest in Hamburg sorgt der 1. FC Kaiserslautern auch bei seinem Trainer für Ernüchterung. Gegen Jahn Regensburg unterliegen die Roten Teufel mit 0:3 und sind nun seit sieben Spielen sieglos. Die Anfangsviertelstunde verschläft die Elf von Dirk Schuster völlig.

In der Westpfalz herrschte fast T-Shirt-Wetter. Es war frühlingshaft warm, und vielleicht hat dies den Spielern des 1. FC Kaiserslautern inmitten des Oktobers eine jahreszeittypische Müdigkeit eingehaucht. In der Anfangsviertelstunde konnte es der Anhängerschaft der Roten Teufel angst und bang werden, denn ihre Lieblinge standen völlig neben den Schlappen und übten in der Defensive offenbar für den Freischwimmer.

So wackelte schon in der sechsten Spielminute erstmals der Querbalken des eigenen Tores. Schlussmann Andreas Luthe wäre bei dem „Kracher“ von Kaan Caliskaner machtlos gewesen, nachdem er einen Schuss von Andreas Albers mittig nach vorne abgewehrt hatte. Zwei Minuten später huschte der Ball ins Netz, Albers hatte Luthe per Kopf überwunden. Der Angriff zur Regensburger Führung nahm im Mittelfeld seinen Anfang. Philipp Klement verlor den Ball, Julian Niehues den nachfolgenden Zweikampf. Haraloambos Makridis legte nach außen auf Lasse Günther, der flankte. Erik Durm und Robin Bormuth mangelte es zuvor an Absprache. Zu schlechter Letzt aus Sicht des FCK stand Boris Tomiak nicht nah genug bei Albers.

FCK-Coach Schuster: Wir hatten Riesenprobleme

Damit nicht genug: Weitere drei Minuten im Anschluss verlor Kevin Kraus den Ball, Caliskaner ließ abermals das Aluminium erzittern. „Das alles war die Quittung für eine schläfrige erste Viertelstunde“, sagte Dirk Schuster. Der Trainer vermisste Passqualität, Zweikampfstärke und Körpersprache, „wir hatten Riesenprobleme“. Schusters Pendant Mersad Selimbegovic hingegen frohlockte: „Wir sind schon lange nicht mehr so gut gestartet.“ Beim 1:1 in Hamburg hatte der FCK mit einer Dreierkette wunderbar agiert, nun stimmte trotz identischer Formation kaum etwas.

Erst allmählich fand die Elf von Trainer Dirk Schuster besser in die Partie. Klement prüfte Jahn-Torhüter Dejan Stojanovic, Tomiak setzte einen Kopfball ans Außennetz. Die beste Gelegenheit des Gastgebers ließ Terrence Boyd aus. Er spurtete nach einem langen Pass von Julian Niehues, von zwei Regensburgern als Geleitschutz flankiert, Richtung Tor, Stojanovic parierte. Kurz vor der Pause setzte Boyd den Ball nach einer Ecke rechts am Tor vorbei.

Spielerwechsel bringen keinen Schwung beim FCK

Als wäre die erste Hälfte nicht Warnung genug gewesen, ließ der FCK seinem Widersacher auch nach dem Wechsel gleich zu viel Zeit und Raum. Luthe musste bei einem Kopfball von Caliskaner sofort sein Können beweisen, andernfalls hätte der FCK schon da höher zurückgelegen. In der 56. Minute war es soweit: Eine Makridis-Ecke köpfte Albers zum 0:2 ein, abermals verteidigte Tomiak unzureichend. Dirk Schuster hatte zur zweiten Hälfte auf ein 4-2-3-1-System umgestellt, das allerdings zeitigte keinen Erfolg. Auch der Dreifachwechsel nach einer Stunde Spielzeit blieb weitgehend wirkungslos. Je länger die Partie andauerte, desto mehr ergab sich der FCK seinem Schicksal.

Ein Kopfball von Terrence Boyd mochte noch herausspringen, mehr nicht. Und es wurde schlimmer: Prince Osei Owusu stellte auf 0:3 (85.). Jean Zimmer und Aaron Opoku hatten Vorlagengeber Lasse Günther nur begleitet, statt seinen Spielraum einzuengen.

Langsam aber sicher müssen die Roten Teufel ihren Blick nach unten wenden, seit sieben Spielen haben sie nicht mehr gewonnen. Dirk Schuster wird eine „genaue Ursachenforschung“ betreiben (müssen). „Es ist uns nicht gelungen, nach dem Hamburg-Spiel Impulse zu setzen“, sagte Schuster selbstkritisch, „ich bin schon relativ ernüchtert. Vielleicht war es ja ein geiler Schuss vor den Bug, dann hätte die Niederlage wenigstens einen Zweck erfüllt.“ Dass die Abfuhr verdient war, stand außer Zweifel.

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So spielten sie

1. FC Kaiserslautern: Luthe - Bormuth, Kraus (46. Opoku), Tomiak - Durm (60. Zimmer), Zuck - Niehues (84. Ciftci), Ritter (60. Lobinger) - Klement (60. Wunderlich) - Boyd, Redondo

SSV Jahn Regensburg: Stojanovic - Saller, Elvedi, Kennedy, Günther - Gimber, Thalhammer (90. Idrizi) - Viet (70. Mees), Caliskaner (78. Owusu), Makridis (90. Shipnoski) - Albers (90. Breitkreuz)

Tore: 0:1 Albers (7.) , 0:2 Albers (56.), 0:3 Owusu (85.) - Gelbe Karten: Zimmer (4) - Stojanovic (2), Gimber (6), Kennedy (2) - Beste Spieler: Ritter, Klement - Albers, Kennedy, Stojanovic, Makridis - Zuschauer: 33.016 - Schiedsrichter: Thomsen (Kleve).

Kaiserslauterns Erik Durm (rechts) sowie Regensburgs Lasse Günther (links) und Regensburgs Maximilian Thalhammer kämpfen um den
Kaiserslauterns Erik Durm (rechts) sowie Regensburgs Lasse Günther (links) und Regensburgs Maximilian Thalhammer kämpfen um den Ball.

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