Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Nach deutschem Sieg gegen Niederlande: Jetzt kommen die Brocken

Letztlich souveränPatrick Groetzki spielte in der zweiten Halbzeit wie entfesselt.
Letztlich souveränPatrick Groetzki spielte in der zweiten Halbzeit wie entfesselt.

Deutschland schlägt die Niederlande mit 33:26 und steht im WM-Viertelfinale. Jetzt geht es um den ersten Platz in der Hauptrundengruppe.

Kattowitz. Bilder, die wir nun kennen. Die deutschen Spieler, wie sie in der Spodek-Arena feiern. Auch am Samstagabend jubelten sie ausgelassen. Was für eine Steigerung. Vorzeitig im Viertelfinale, der große Traum wurde wahr. „Oh, wie ist das schön“, sangen die euphorischen Fans. Am Montag wartet nun um 20.30 Uhr im letzten Hauptrundenspiel Norwegen. Am Mittwoch ist im Viertelfinale in Danzig entweder Frankreich oder Spanien der Gegner. Jetzt beginnt die Zeit der Schwergewichte ...

Torhüter Andreas Wolff war ein toller Rückhalt seiner Mannschaft, .
Torhüter Andreas Wolff war ein toller Rückhalt seiner Mannschaft, .

Die deutsche Mannschaft fand schwer ins Spiel. Zum ersten Mal flatterten ein wenig die Nerven. Es kam einiges zusammen. Pfostenschüsse, Bälle, die über das Tor flogen, ungenaue Anspiele, überflüssige Fouls wie das von Philipp Weber. Kurzum: Die Partie lief aus deutscher Sicht nur sehr schleppend an, die Auswahl fand ihren Rhythmus erst nach und nach, was sicher auch an den Zeitstrafen lag. Das waren unruhige 30 Minuten. „Ich habe mir aber keine Sorgen gemacht, sie haben mutig gespielt, mit Druck aufs Tor“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason.

Auf Wolff ist Verlass

Wieder einmal konnte sich das Team vor 6250 Zuschauern auf Torhüter Andreas Wolff verlassen. Der 31-Jährige verblüffte mit der nächsten Gala, hielt großartig. So war die deutsche Mannschaft in der Lage, sich in den letzten sieben Minuten der ersten Halbzeit abzusetzen. Beim Stand von 10:10 trafen Johannes Golla, Julian Köster und Juri Knorr. Die Abwehr hatte die Niederländer gut im Griff, auch den quirligen Weltklasse-Spielmacher Luc Steins. „Wir haben gezeigt, was für eine klasse Truppe wir sein können“, sagte Andreas Wolff.

Und dann war da ja noch dieser unglaubliche Juri Knorr, der Regisseur war wieder der dominante Mann auf dem Feld. Er übernahm zu jeder Zeit Verantwortung. Er verwandelte bis auf einen alle seine Siebenmeter, traf neun Mal und brachte irgendwie immer wieder den Ball zu Johannes Golla an den Kreis.

Ihm in nichts nach stand Rechtsaußen Patrick Groetzki, sein Vereinskollege von den Rhein-Neckar Löwen. Groetzki markierte fünf blitzsaubere Tore, überzeugte als mitdenkender Anspieler und war in der Abwehr sehr aufmerksam. Patrick Groetzki spielt für die Nationalmannschaft das beste Turnier seiner Karriere!

Toller Zwischenspurt

Zum 20:12 traf er dann mit einem Heber – wenn das Selbstvertrauen da ist ... Patrick Groetzki – wie entfesselt! „Es war kein einfaches Spiel für uns. Wir hatten eine starke Abwehr, einen super Torwart. Wir haben unsere Qualität aufs Spielfeld gebracht, wir haben immer Antworten gefunden“, sagte der 33-Jährige.

20:12, bei diesem Spielstand war die deutsche Mannschaft längst auf Kurs. Mit einem Zwischenspurt distanzierte das Team die aufstrebenden Niederländer. Sie brauchten neun Minuten nach der Pause, um wieder zu einem Treffer zu gelangen. Das nutzte die deutsche Mannschaft. Das vielzitierte Momentum war auf der deutschen Seite: So faustete Kapitän Johannes Golla auch noch einen Abpraller ins Tor ...

Kein Durchkommen für den niederländischen Spielmacher Luc Steins.
Kein Durchkommen für den niederländischen Spielmacher Luc Steins.

Jetzt lief es. Die deutschen Spieler waren kaum noch zu stoppen. „Wir haben gezeigt, dass wir uns das nicht aus der Hand nehmen lassen wollen“, sagte Johannes Golla.

Da kommt einiges auf die deutsche Mannschaft zu am Montag. Norwegen bezwang am Samstag Katar souverän 30:17. Superstar Sander Sagosen wurde nach zehn Minuten geschont, es blieb eine einseitige Angelegenheit. „Norwegen wird noch einmal ein härteres Spiel“, prognostizierte Juri Knorr.

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