FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 0:4 in Berlin: Hengens deutliche Worte

Chancenlos: Bei der 0:4-Niederlage in Berlin gab der FCK ein desaströses Bild ab. „So ein Auftritt wie am Sonntag wird nicht meh
Chancenlos: Bei der 0:4-Niederlage in Berlin gab der FCK ein desaströses Bild ab. »So ein Auftritt wie am Sonntag wird nicht mehr toleriert«, sagt Sport-Geschäftsführer Thomas Hengen.

Auch am Donnerstag war der Ärger des Sport-Geschäftsführers über die Leistung des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern bei der 0:4-Niederlage gegen Viktoria Berlin noch groß. Thomas Hengen erwartet am Samstag gegen den TSV 1860 München eine Reaktion. Wird der FCK noch einmal auf dem Transfermarkt tätig?

Einfach so wurde beim 1. FC Kaiserslautern nach dem desaströsen Auftritt in Berlin nicht zum Tagesgeschäft übergangen. Die 0:4-Niederlage bei der Viktoria wirkte nach. „Es gab viele Gespräche, einzeln und in Gruppen. Bestimmte Einstellungen wurden aufgearbeitet“, sagt Thomas Hengen, der Geschäftsführer Sport der Roten Teufel. Was er sich wünscht: „Es sollte da auch mal eine Selbstreinigung von innen kommen. Eine gewisse Eigenverantwortung, eine Gier, wo der Einzelne hin will, wo die Mannschaft hin möchte.“ Der 46-Jährige wird deutlich: „So wie das am Sonntag abgelaufen ist, darf es auf keinen Fall noch einmal passieren. Dafür steht der Verein nicht. Dafür stehen wir auch nicht. Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen!“

Gerade nach der vergangenen Saison, als die Mannschaft erst im Endspurt den Ligaverbleib schaffte, als sie sich gegen den Abstieg stemmte, sollte den Spielern bewusst sein, dass mit solch einer Leistung nichts zu holen ist. Das sieht auch Hengen so. „Das ist das Schlimme, wenn man von dort kommt, wo wir waren. Vielleicht war der eine oder andere nun wieder in der Wohlfühloase. Die Vorbereitung lief glatt, das Umfeld war wieder positiv. Nichts ist aktueller als der Spruch von Otto Rehhagel: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Und auf dem Platz ist der Job zu erledigen, sonst nirgends. Nicht mit dem Mund, nicht am Mikrofon, nicht im Internet.“

Erfahrene müssen Verantwortung übernehmen

Der Sport-Geschäftsführer erwartet von den Spielern, dass sie sich mit ihrem Beruf auseinandersetzen, verlangt gerade von den erfahrenen Akteuren, dass sie Verantwortung übernehmen. „Sie dürfen ihr Hobby zum Beruf machen, haben aber auch nur ein paar Jahre. So ein Auftritt wie am Sonntag wird nicht mehr toleriert – von allen Seiten!“ Hengen selbst habe so einiges intern angesprochen. „Das bleibt auch intern. Wir müssen uns nicht immer in den Armen liegen. Wir müssen Erfolg haben. Und Erfolg heißt Dinge abzuarbeiten. Das fängt mit kleinen Schritten an: Jeder muss seinen Zweikampf gewinnen, jeder muss den Ball an den Mann bringen. So wachse ich als Mannschaft. Am Sonntag habe ich die Mannschaft nicht wiedererkannt.“ Wenn die Roten Teufeln nun am Samstag (14 Uhr, Magenta Sport, SWR, Liveblog auf rheinpfalz.de) den mit fünf Punkten aus drei Spielen gestarteten Aufstiegsanwärter TSV 1860 München empfangen, will der Sportchef ein anderes Gesicht sehen.

Die Bilanz des FCK muss dringend aufpoliert werden: ein Punkt, 0:5 Tore, Tabellenplatz 19. Besonders leid tut es Hengen auch für die rund 2500 Fans, die den FCK in Berlin unterstützt haben: „Da muss ich als Spieler von alleine noch ein paar Kilometer mehr drauf packen. Das war Wahnsinn. Die Fans haben Werbung für unseren Verein gemacht und wir treten das mit den Füßen. Das darf nicht sein!“

Kritische Personalsituation

Personell sieht die Lage immer kritischer aus. Wie lange Felix Götze mit dem diagnostizierten Haarriss im Schädel ausfällt, ist völlig offen. „Das Wichtigste bei Felix ist einfach nur, dass er wieder gesund wird“, sagt Hengen. Neben den Langzeitverletzten fehlten am Donnerstag auch Hendrick Zuck (Nacken) und Torhüter Avdo Spahic (Leistenprobleme) im Training. Fraglich ist der Einsatz von René Klingenburg, dessen Außenband im Sprunggelenk angerissen ist. Kevin Kraus plagen weiterhin Kniebeschwerden. „Wir haben aktuell eine dramatische Lage“, betont Hengen. Dass der FCK in der bis Ende August offenen Transferperiode noch einmal tätig wird, schließt der Sport-Geschäftsführer nicht aus. „Wir müssen sehen, was der Markt hergibt.“

„Auch ein Innenverteidiger darf Tore erzielen“

Zu plakativ sind ihm allerdings mit Blick auf noch kein erzieltes Pflichtspieltor die Rufe nach einem neuen Stürmer: „Es geht doch nicht nur um den Mittelstürmer, sondern um das Kollektiv. Auch ein Innenverteidiger darf Tore erzielen. Wir haben fünf Gegentore in drei Spielen bekommen. Solch eine Abwehrleistung ist indiskutabel. Ich kann ja nicht jedes Spiel drei Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen. Prämisse Nummer eins muss sein, dass ich mit Mann und Maus mein Tor verteidige. Wenn ich dann eine Stabilität habe, kann ich ganz anders nach vorne spielen. Das Kollektiv soll Tore schießen.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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