Basketball
MLP Academics Heidelberg spüren die Wucht der vollen Halle
„Ich glaube, es ist niemand mit dem Gefühl aus der Halle gegangen, dass Basketball langweilig ist. Die Leute haben sich gut unterhalten gefühlt. Sie haben eine Mannschaft gesehen, die einem finanziell übermächtigen Gegner die Stirn geboten hat“, bilanzierte Academics-Geschäftsführer Matthias Lautenschläger: „Von daher bin ich mir sicher, dass einige von ihnen auch den Weg zu unseren Heimspielen nach Heidelberg in den SNP Dome finden werden.“
Prominente Gäste anderer Sportarten
Das vorrangige Ziel, die Menschen aus der Metropolregion für die Academics in der Basketball-Bundesliga zu begeistern, sei erreicht worden, befand Lautenschläger weiter. Unter den erwartungsfrohen Zuschauern befand sich auch der ehemalige Fußballprofi Dennis Aogo, der freimütig zugab, vor dem Spiel einen Wurf genommen, das Ziel jedoch deutlich verfehlt zu haben. „Ich glaube das nennt man Airball“, flachste der gebürtige Karlsruher. Auch der ehemalige Weltklasse-Handballtorhüter Henning Fritz wollte sich das Spiel nicht entgehen lassen, obgleich er einräumte, mit dem Regelwerk noch nicht ganz so vertraut zu sein. „Im Vergleich zu den Jungs hier sind wir Handballer ja Winzlinge“, sagte Fritz mit Blick auf die großgewachsenen Basketballer, die sich gerade im Hintergrund warm machten.
Die Stimmung in der Halle war zunächst verhalten. Richtig laut wurde es erstmals, als Eric Washington die Academics unmittelbar vor dem Seitenwechsel mit 51:50 (20.) in Front warf. Ihre volle Wucht entfaltete die SAP-Arena nach einem erfolgreichen Distanzwurf von De’Jon Davis, dem Max Ugrai zwei nervenstark verwandelte Freiwürfe zum 66:61 (29.) folgen ließ. Fortan war Feuer unter dem Dach. In den letzten zwei Minuten hielt es keinen der 10.454 Zuschauer mehr auf seinem Sitz. Die beiden Mannschaften, die sich einen großen Kampf geliefert hatten, wurden mit Ovationen vom Feld geleitet. Das bessere Ende hatte der Favorit für sich.
Sonderapplaus für Paul Zipser
Sonderapplaus gab es für den gebürtigen Heidelberger Paul Zipser (28), dessen Arbeitstag im FCB-Dress nach rund vier Minuten und einem verwandelten Dreier allerdings schon wieder beendet war. Der in Dossenheim aufgewachsene Profi feierte im Alter von 16 Jahren im Trikot des USC Heidelberg sein Debüt in der Zweiten Bundesliga ProA. Der Gegner am 25. September 2010 war – so schloss sich der Kreis am Dienstagabend – der spätere Aufsteiger FC Bayern München, dem er sich im Januar 2013 anschloss. Im Juli 2016 unterschrieb Zipser einen Zweijahresvertrag bei den Chicago Bulls, für die er in der NBA, der besten Basketball-Liga der Welt, in 98 Spielen auf dem Feld stand. Nach einer Zwischenstation in Spanien kehrte der deutsche Nationalspieler im August 2019 zum FC Bayern München zurück. Den Academics attestierte Zipser im Anschluss an die Partie „eine geile Entwicklung“. Dass er seine Karriere eines Tages in seiner Heimatstadt Heidelberg ausklingen lassen könnte, ist nicht nur für die Fans der Academics ein verlockender Gedanke. „Unser Sportlicher Berater Alex Vogel ist gut mit Paul befreundet, da wird schon mal geflachst. Vielleicht werden die Gespräche ja mal irgendwann konkreter“, gab Lautenschläger zu Protokoll.
Konkreter sind hingegen die Pläne, auch in Zukunft ausgewählte Spiele in der Mannheimer SAP-Arena auszutragen: „Wir wollen es hier und da mal wieder machen, wenn es der Spielplan hergibt. Termin und Gegner waren diesmal optimal, unsere Heimspielstätte ist und bleibt aber der SNP Dome in Heidelberg“, betonte Lautenschläger.