Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Mihambo erweitert ihre Titelsammlung

Malaika Mihambo siegte mit guten 6,81 Meter.
Malaika Mihambo siegte mit guten 6,81 Meter.

Olympiasiegerin Malaika Mihambo ist zum fünften Mal deutsche Hallenmeisterin im Weitsprung. Das gibt Auftrieb für die Sommersaison. In anderen Sprungentscheidungen lassen die Leistungen in Leipzig aber zu wünschen übrig. Zwei Mannheimerinnen dürfen sich freuen.

Fünf Titel in Folge, gute 6,81 Meter im zweiten Versuch, die Aussicht auf eine kleine Verschnaufpause und die Vorfreude auf das Trainingslager mit Blick auf einen heißen Sommer – all das gibt Malaika Mihambo richtig Auftrieb. Die 28-Jährige aus Oftersheim gab sich zum Abschluss der deutschen Meisterschaften in Leipzig entspannt. „Es war ein guter Wettkampf mit einem stabilen Anlauf, auch wenn noch nicht alles im Detail passte“, sagte die Sportlerin des Jahres.

Trotz des souveränen und auch in der Weite würdigen Sieges der Welt- und Europameisterin und Olympiasiegerin, trotz der 2,26 Meter von Hochspringer Tobias Potye – die Sprungleistungen ließen in Leipzig definitiv zu wünschen übrig, sowohl in der Spitze wie in der Breite. Gold für Hochspringerin Bianca Stichling mit 1,86 Meter, Gold für Weitspringer Fabian Heinle mit 7,64 Meter, Gold mit 4,30 Meter im Stabhochsprung der Frauen, all das ist zu wenig, auch wenn sich die Mannheimerin Jacqueline Otchere bei ihrem Comeback mächtig freute.

Mit zwölf Schritten zum Gold

Otchere wusste nicht, wo sie steht, ob sie mit acht oder zehn Schritten anlaufen soll. Dann waren es doch zwölf, und die Hoffnung auf den Sommer keimte: „Ich gehe zufrieden nach Hause, EM und WM im Sommer sind das große Ziel, ich war ja 2019 schon mal bei 4,60 Meter.“ Auch ihre MTG-Teamkollegin Jessica-Bianca Wessolly nahm sich Gold – in 23,23 Sekunden über 200 Meter. „Es war noch nicht ganz gut, ausgangs der Zielkurve hatte ich echte Probleme, ich hätte es gerne besser gemacht“, sagte sie zwei Jahre nach ihrem ersten Hallentitel.

Auf der schnellen blauen Bahn ging es sprichwörtlich rund. Die beste Leistung: die 20,55 Sekunden des Hamburgers Owen Ansah. „Ich kann nur sagen, dass ich sehr stolz bin auf mich und meine Leistung“, sagte er, er habe diese Zeit nicht erwartet. Die größte Überraschung: Der Karlsruher Christoph Kessler rang in einem tollen 800-m-Finish und 1:47,76 Minuten Karl Bebendorf (1:48,02) und vor allem den großen Favoriten und Seriensieger Marc Reuther (1:48,29) nieder, der in diesem Jahr schon deutlich schneller gewesen war.

Kein gemeinsamer Nenner

Zu den neuen Gesichtern in der deutschen Leichtathletik zählt Robert Farken sicherlich nicht. Dreimal war er über 800 Meter schon deutscher Hallenmeister, nun aber hat sich der 24-Jährige den 1500 Metern verschrieben. Als Freiluftmeister war er bei den Olympischen Spielen in Tokio gestartet, wo er im Halbfinale ausschied, vor einer Woche hat er sich mit einem fulminanten Lauf in Birmingham in 3:35,44 Minuten auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste hinter Homiyu Tesfaye (3.34,13) gesetzt.

Vor seinem Heimpublikum, Farken wohnte um die Ecke im Waldstraßenviertel, gab er das Unternehmen „Rekord“ schon vor dem Rennen auf. „Bis eine Stunde vor dem Rennen war der Plan, richtig schnell zu laufen, aber ich hatte mit den Konkurrenten gesprochen, ob jemand Bock hat schnell zu laufen, wir sind nicht auf einen Nenner gekommen“, erklärte Farken: „Heute zählte der Titel. Gewinnen ist grundsätzlich geil, ich bin süchtig, zuhause ist es ein Quäntchen geiler.“

Gerangel bleibt aus

Farken wird nicht zur Hallen-WM fliegen, wie auch Corinna Schwaab nicht, die 400-m-Meisterin. Beiden ist die Sommersaison einfach zu lang und voll mit großen Ereignissen. „Der Titel zählt, das dritte Mal in Folge ist nicht selbstverständlich“, sagte sie. Damit jede einen Titel bekommt, gingen sich die Münchner Trainingskolleginnen Christina Hering und Katharina Trost aus dem Weg. Hering holte über 800 Meter ihren sechsten Titel, Trost, die 2019 über 800 Meter siegte, gewann die 1500 Meter. Das machte ihr Lust. „Ich muss sagen, ich finde die 1500 Meter in der Halle viel entspannter, weil da nicht so ein Gerangel herrscht.“ Alles in allem hielt sich das Gerangel in allen Disziplinen in Leipzig in Grenzen.

Robert Farken feierte über 1500 Meter einen Heimerfolg .
Robert Farken feierte über 1500 Meter einen Heimerfolg .
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