Sport Kultverteidiger Jean Zimmer spielt am Sonntag zum letzten Mal für den FCK

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KAISERSLAUTERN. „Der Kreis schließt sich. In St. Pauli stand ich erstmals in der Startelf, in St. Pauli habe ich mein erstes Tor als Profi geschossen …“, schwelgt Jean Zimmer vor seinem letzten Spiel im Dress des 1. FC Kaiserslautern morgen (15.30 Uhr) im Zweitliga-Saisonfinale beim FC St. Pauli in Erinnerungen.

Wenn Jean Zimmer heute in Frankfurt in den Flieger mit Zielrichtung Hamburg steigt, ist sein künftiger Arbeitgeber VfB Stuttgart noch erstklassig. Wenn Zimmer mit dem FCK-Tross landet, wird er erfahren, ob der Abstieg des VfB besiegelt ist oder der Hoffnungslauf in der Relegation doch noch erreicht wurde. „Als ich vor sieben Wochen unterschrieben habe, hat damit keiner gerechnet. Der VfB war Zehnter ...“, sagt Zimmer, der sich nach Gesprächen mit Trainer Jürgen Kramny und Sportdirektor Robin Dutt zur Unterschrift unter einem Vierjahresvertrag entschlossen hatte. Sein Kontrakt gilt auch in der Zweiten Liga. Steigt der VfB ab, aber werden Dutt und Kramny mutmaßlich entlassen. „Ich greife nächste Saison wieder an – so oder so“, sagt der 22-Jährige, der einen sehr emotionalen Abschied vom Betzenberg erlebte. Er bekam von Fans und Freunden viele Fotos und Videos von der offiziellen Verabschiedung und dem Abschiedsfest vor der Westtribüne geschenkt. „Da hat man ja gesehen, was in mir vorging. Es war ein brutal schönes Gefühl“, schwärmt Zimmer. Er wollte sich den Traum von der Bundesliga unbedingt erfüllen, stößt mit dem Wechsel natürlich auch finanziell in andere Dimensionen vor – deshalb sagt er seiner großen Liebe auf Wiedersehen. Dem FCK wird der Abschied mit zwei Millionen Euro versüßt. Die RHEINPFALZ verliert Zimmers Freundin, die in Mannheim studiert und mit ihm nach Stuttgart zieht, als freie Mitarbeiterin. „Sie ist ablösefrei“, bestätigt er lachend. Morgen am Millerntor erwartet Zimmer einen heißen Tanz gegen eine hochmotivierte Mannschaft. „Denen geht es sicher so wie uns letzte Woche gegen Fürth. Die wollen sich auch vor heimischem Publikum noch einmal gut verkaufen, die werden sicher noch einmal alles geben“, vermutet Zimmer. Am Dienstag, wenn der neue Sportdirektor Uwe Stöver den Lauterer Profis vorgestellt wird, sagt Jean Zimmer dem FCK endgültig auf Wiedersehen. „Die Zeit ist verflogen“, sagt er und blickt auf 60 Zweitligaspiele mit fünf Toren und 16 Torvorlagen zurück. „Ich habe letztes Jahr auch vom Verletzungspech von Michael Schulze profitiert“, erinnert der pfeilschnelle Profi, der rechts wie links verteidigen, aber auch beide Außenbahnen bespielen kann, an seinen Durchbruch. Der Aufstiegstraum aber platzte. „In dieser Saison haben wir die Schlüsselspiele nicht gewonnen – immer dann, wenn wir noch einmal hätten ran kommen können“, sinniert der leidenschaftliche Lauterer. „Der FCK wird immer mein Verein sein – egal wo ich spiele“, schwört Zimmer, sehr gut befreundet mit dem Sänger Mark Forster, einem wirklichen FCK-Fan. Ganz so wie es Forster in seinem Hit „Au revoir“ singt, wird’s bei Kultverteidiger Zimmer also nicht sein: „Es gibt nichts, was mich hält, au revoir. Vergesst, wer ich war. Vergesst meinen Nam’. Es wird nie mehr sein, wie es war. Ich bin weg, au au au revoir.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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