1. FC KAISERSLAUTERN
Kommentar zur FCK-Lage – sportlich und gastronomisch: Jammern auf höherem Level
Bewusst konsumieren, das ist mehr als ein Mode-Ausdruck. Das wird in den nächsten Monaten für viele von uns mehr denn je eine Leitlinie täglichen Handelns werden. Gebe ich mein Geld, das schon jetzt viel weniger wert ist als vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar, für einen Stadionbesuch, einen Kinoabend oder für ein Konzert aus? Und leiste mir dann noch ein im Vergleich zum Herstellungspreis teures Getränk im Plastikbecher und stehe dafür an? Das muss jeder selbst wissen. Viele hierzulande jammern aber auch dann noch auf hohem Niveau.
Nicht sehr viel Grund zum Jammern
Das gilt in sportlicher Hinsicht auch für den nach vier harten Drittligajahren gerade wieder in die Zweite Liga aufgestiegenen 1. FC Kaiserslautern. Nach dem 2:1 am Sonntag gegen St. Pauli hat der FCK nach drei Spielen sieben Punkte, ist ungeschlagen Zweiter. Dennoch sprachen viele von einem schwächeren Auftritt gegen Pauli. Nicht durchdrehen, klar. Aber gegen gestandene Zweitligisten weit mehr als mithalten – das hätte noch vor ein paar Monaten jeder am „Betze“ sofort mit dem edelsten Füllfederhalter unterzeichnet.
Geduld muss zum ständigen Begleiter werden
Zum FCK-Heimspiel am Freitag gegen Paderborn kommen weniger Zuschauer als zuletzt, gut 28.000 Tickets sind verkauft. Das dürfte die Wartezeiten an den Getränke- und Essensständen verkürzen. Geduld jedoch, wie sie die meisten der hoffentlich bewusst konsumierenden Fußballfans am „Betze“ schon oft aufgebracht haben, wird angesichts fehlenden Personals und kaputter Materiallieferketten immer mehr zu unserem Begleiter werden müssen. Überall im täglichen Leben.

