Eishockey
Kommentar: Helene Fischer, die Haie und die Adler
„Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“ Das an Psalm 127 angelehnte Sprichwort auf die Kölner Haie und die Betreiber der Lanxess-Arena in der Domstadt anzuwenden, liegt nahe. Dass das neben dem FC sportliche Aushängeschild der Stadt sein womöglich entscheidendes sechstes Play-off-Spiel am Sonntag (14 Uhr) gegen die Adler Mannheim nun doch wirklich „zu Hause“ und nicht im Ausweichquartier Krefeld bestreiten darf, haben beide Parteien einzig und allein dem Missgeschick Helene Fischers zu verdanken. Wenn man so will, ist es die Verletzung dieser Viertelfinalserie – die angeknackste Rippe des Schlager-Superstars, der nun seine Tour verschieben muss und die Kölner Halle damit unfreiwillig freigibt für die Haie.
Törichte Hallenbelegung
Die durchaus weit im Voraus planbaren Play-off-Termine des Hauptmieters der Lanxess-Arena, also der Haie, bei der Belegung des Halle einfach zu ignorieren, war töricht – von Klub und Betreiber gleichermaßen. Dass beide aus der Nummer mit viel Glück – aber zum Leidwesen der Helene-Fans – herauskommen, ist das Ende einer peinlichen Posse. 18.500 Eishockey-Begeisterte werden nun am Sonntagnachmittag Spiel sechs der jetzt schon denkwürdigen Play-off-Serie gegen die Adler live vor Ort sehen können und nicht nur knapp 7000, die es in Krefeld nur hätten sein können.
Früher war alles einfacher
Früher war alles besser – das stimmt so pauschal natürlich nicht, aber in einem Punkt doch. Da waren die klassischen alten Eissportstadien wie jenes an der Lentstraße in Köln oder der Friedrichspark in Mannheim zunächst mal nur für eines da: eben den Eissport. Sicher, Howard Carpendale – an Helene Fischer dachte damals noch niemand – spielte auch mal im Friedrichspark, aber halt lange nach der Saison. Was alles nichts daran ändert, dass die modernen Multifunktionshallen wie die Lanxess-Arena oder die SAP-Arena Klubs wie die Haie oder vor allem auch die Adler überhaupt erst am Leben erhalten haben. Aber ihre Belegungspläne sind eben aufwändiger geworden und, wie man in diesem Fall sah, fehleranfälliger.