American Football
Kansas City Chiefs verpassen Play-offs und verlieren Patrick Mahomes: Das Ende einer Ära?
Während Patrick Mahomes von zwei Betreuern der Kansas City Chiefs gestützt in die Katakomben humpelte, war seine Mannschaft auf dem Feld in einer Situation, die wie geschaffen war für den Superstar-Quarterback der National Football League (NFL): Noch etwas mehr als 20 Sekunden zu spielen, drei Punkte Rückstand gegen die Los Angeles Chargers. Bei einer Niederlage würde das Team die Play-offs verpassen. Die Situation war schon oft aussichtslos, doch selten haben die Chiefs derart mit dem Rücken zur Wand gestanden wie jetzt.
Kansas-Ära oder Dynastie?
In diesen zehn Jahren, in denen Kansas City stets die K.o.-Runde der NFL erreichten, gewannen sie in den vergangenen sechs Jahren dreimal den Super Bowl. Zwei weitere Male standen sie im Endspiel. Für das, was gerne eine „Ära“ genannt wird, haben die US-Amerikaner einen anderen Begriff geprägt. „Andere entscheiden, was eine Dynastie ist, nicht wir selbst“, sagte Chiefs-Eigentümer Clark Hunt im Februar 2024 zur RHEINPFALZ. Wenige Tage später gewann Kansas City den Super Bowl gegen die San Francisco 49ers.
Aus dem Niemandsland der NFL-Landschaft schwang sich die Franchise ab 2015 empor – mit Trainer Andy Reid, dem das Etikett anheftete, der Coach in der NFL zu sein, der zwar die meisten Siege einfuhr. Den Super Bowl aber gewann er nie. 2017 verpflichteten die Chiefs Patrick Mahomes bei der Talentbörse der Nachwuchsspieler. Es dauerte nicht lange, bis er mit Travis Kelce, inzwischen der Verlobte von Pop-Star Taylor Swift, ein kongeniales Duo bildete.
Die Spielweise: offensiv, attraktiv, spektakulär. Dazu entwickelten die Chiefs ein Selbstverständnis der Unbesiegbarkeit. Selbst wenn eine Niederlage drohte, war da die Gewissheit: Mahomes wird es schon richten. Als das Team 2023 in Frankfurt gastierte, stellte der für seine Fans ein eigenes Schiff ans Mainufer – das „ChampionShip“. Doch wie das so ist: Zu viel Erfolg bringt nicht nur Bewunderung mit sich, sondern auch Neid. Dass die Schiedsrichter den Seriensieger bevorteilen würden, hieß es immer wieder, oder dass die NFL selbst ihre Glamour-Lieblinge nicht verlieren lassen würde. Ein bisschen erinnern die Chiefs an das Image des FC Bayern München: erfolgreich, aber nicht überall geliebt. Es überrascht nicht, dass beide Klubs kooperieren.
Bittere Diagnose für Patrick Mahomes
Auf dem Feld ging der Rhythmus verloren. Der Spagat zwischen Erfolg und Kaderumbruch gelang nur mäßig. Im Februar mühten sich die Chiefs noch einmal in den Super Bowl. Dort waren sie gegen die Philadelphia Eagles völlig chancenlos. Der Trend blieb.
Und doch war da nun wieder dieser Moment: Per Field Goal zum Ausgleich gegen die Chargers, mit einem Touchdown zum Sieg. Nur dass Patrick Mahomes humpelnd in die Kabine schlich. Sein Vertreter warf den Ball zum Gegner. Und zum Ende aller Träume gesellte sich die bittere Diagnose: Kreuzbandriss.