Handball
Joel Birlehm von den Rhein-Neckar Löwen: So tickt der Neue
„Wir hatten wenige Trainingseinheiten, das dauert einfach. Ich habe mein erstes Spiel für den neuen Verein gemacht, gegen Kiel, im Pokal-Halbfinale, das war eine würzige Mischung, würde ich sagen. Ich hatte sehr viel Spaß, mit den Fans, und das ist eine tolle Halle“, erläuterte der Torhüter. Birlehms Einschätzung: „Wir haben gegen den THW ein gutes Spiel gemacht, aber um zu gewinnen, da muss dann alles passen.“
Und das war eben nicht der Fall, nach der Pause setzte sich die Klasse und die Cleverness der Kieler durch. „Phasenweise haben wir zu viele einfache Fehler gemacht. Es hat in der zweiten Halbzeit drei, vier Minuten gedauert, und dann waren wir minus ein Tor hinten.“
Spieler mit Qualität
Wie zufrieden war Joel Birlehm mit seinem neuen Innenblock, der am Sonntag Ymir Gislason und Mait Patrail hieß? „Das sind Spieler mit sehr viel Qualität. Mait spielt schon sehr lange in der Bundesliga. Ymir ist ein unfassbarer Kämpfer. Die Abstimmung braucht Zeit, Vertrauen, da geht es um Feinheiten, da braucht es Wiederholungen, da muss man viele Situationen auch mal durchgehen. Auf dem Level zu lernen ist ein Privileg“, meinte Birlehm im RHEINPFALZ-Gespräch. „Wir haben lange gut verteidigt, bekommen aber im Sieben gegen Sechs keinen Zugriff.“
Nun freut er sich auch auf die Zusammenarbeit mit Routinier Nikolas Katsigiannis, von dem er sich noch den einen oder anderen Kniff abzuschauen gedenkt, und mit Mikael Appelgren, der laut Trainer Ljubomir Vranjes nach langer Zwangspause im März sein Comeback geben könnte. „Katze ist unglaublich professionell. Er ist wahnsinnig cool, ein ruhiger Typ. Er hat, glaube ich, alles gesehen in der Bundesliga.“
Station im Hotel
Der neue Löwe lebt noch im Hotel, weil er noch nicht die passende Wohnung für sich und seine Verlobte und die im Januar geborene Tochter gefunden hat. Joel Birlehm musste nicht lange überlegen, als er beim SC DHfK Leipzig von Vereinsseite gefragt wurde, ob er sich sofort einen Wechsel vorstellen könne. Der Plan war ja, dass der Keeper erst im Sommer 2023 zu den Rhein-Neckar Löwen kommt. „Es ging relativ flott. Ich habe gesagt, wenn ich dem Verein helfen kann, dann würde ich es machen“, erzählte der Torhüter.
Mit Andreas Wolff und Till Klimpke bildete er das Trio, das für die Europameisterschaft in Bratislava vorgesehen war. Wegen der anstehenden Geburt reiste Birlehm dann nicht mit in die Slowakei, kam auch nicht nach. Sind das die drei Nationaltorhüter der Zukunft? Da wollte Birlehm nicht spekulieren. „Nationalmannschaft zu spielen, ist wirklich das Größte, was es im Sport gibt. Die Grundlage dafür wird im Verein gelegt. Da gilt es dann einfach zu liefern. Ich möchte ein sehr, sehr guter Bundesliga-Torwart werden.“
Die nächste Bewährungschance für den neuen Löwen-Torhüter: Am Donnerstag (19.05 Uhr) im Bundesliga-Spiel bei den Füchsen Berlin.