Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Hussong und Holzdeppe in Zweibrücken am Start

Christin Hussong strebt in Zweibrücken den fünften Saisonsieg an.
Christin Hussong strebt in Zweibrücken den fünften Saisonsieg an.

Wo bekommen wir Stäbe her für unsere Teilnehmer? Das war eine Kardinalfrage vor dem Stabhochsprung- und Speerwurf-Meeting „Sky’s the Limit“ am Samstag in Zweibrücken. LAZ-Springer Raphael Holzdeppe hat indes seine Saisonzielsetzung neu justiert.

„Ja, wir hatten in den letzten zwei Wochen was zu tun“, bestätigt Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken lachend. Und damit meint er gar nicht sein eigenes Training und seine Wettkämpfe, sondern dass er hinter den Kulissen in eine besondere Art der Organisation für das Zweibrücker Meeting „Sky’s the Limit“ am Samstag im Westpfalzstadion eingebunden war. „Wir mussten klären, wie das mit den Stäben der Konkurrenten ist“, sagt er mit Blick auf das neunköpfige Teilnehmerfeld, das ab 17 Uhr an den Start geht und zu dem Vorjahressieger Oleg Zernikel und Lamin Krubally (beide aus Landau) gehören.

Unbürokratische Hilfe für Ukrainer

Beim Finnen Mikko Paavola (Bestleistung 5,71 Meter) haben es die Organisatoren gerade noch hinbekommen, seine Stäbe sollten am Donnerstag aus dem belgischen Hengelo in Zweibrücken ankommen. Der junge Ukrainer Vladyslav Malykhin (5,70 m) allerdings kommt zurzeit an seine Stäbe in dem kriegsgebeutelten Land nicht heran. „Wir haben dann geschaut, was wir ihm anbieten können, und zum Glück haben wir einige Stäbe doppelt“, erklärt Holzdeppe die unbürokratische Hilfe.

Der mittlerweile verheiratete Wahl-Saarbrücker geht sein Heimmeeting im Jahr nach der Operation am rechten Knie (Knorpelschaden) locker an. „Ich will mir nicht zu viel Druck machen. Zuletzt in Rehlingen war das Einspringen super und der Wettkampf dann nichts. Ich will einfach so hoch springen, wie es geht“, sagt der 32-Jährige. Körperlich gehe es ihm sehr gut, das Training laufe gut. „Ich brauche noch ein paar Wochen Training, die ersten Wettkämpfe waren ein bisschen schwerfällig. Ich muss das richtige Wettkampfgefühl wieder finden.“ Zuerst sei er diese Saison ergebnisoffen angegangen. Weil es aber gut läuft, „habe ich mir jetzt doch die Teilnahme an der WM in Eugene und der EM in München zum Ziel gesetzt. Hinter Oleg Zernikel und Bo Kanda Lita Baehre ist noch ein dritter Platz frei, den will ich haben“. 5,80 Meter für die WM im Juli und 5,80 für die EM im August muss er dafür als Norm nachweisen.

Fünfter Sieg bei fünftem Start angepeilt

Speerwerferin Christin Hussong (LAZ Zweibrücken/Bestweite 69,19 Meter) ist für beide Großereignisse schon mit einer Wildcard qualifiziert: für die WM durch den Diamond-League-Sieg im Vorjahr, für die EM als Titelverteidigerin. Sie strebt ihren fünften Saisonsieg beim fünften Start an und muss sich in ihrem Heimatstadion vor allem der Konkurrenz von Kathryn Mitchell aus Australien (68,92 m) – sie wird von DDR-Legende Uwe Hohn trainiert –, von Victoria Hudson aus Österreich (64,68) und der Deutschen Annika Fuchs (63,68) erwehren.

Boris Obergföll, Speerwurf-Chefbundestrainer, attestierte Hussong unlängst in Rehlingen, dass es bei ihren Würfen bald wieder sehr weit gehen kann. Traditionell laufen in Zweibrücken der Speerwurf der Frauen und der Stabhochsprung der Männer ab 17 Uhr gleichzeitig – und immer abwechselnd.

Vor der Doppelkonkurrenz starten die sieben Stabhochsprung-Frauen ab 15 Uhr. Michaela Meijer aus Schweden (Bestmarke 4,83) wird versuchen, ihren Vorjahressieg zu wiederholen und bekommt wohl am meisten Gegenwind von der Leverkusenerin Katharina Bauer (4,65), der Mannheimerin Jacqueline Otchere (4,60) und Friedeline Petershofen (4,55). Der Eintritt ins Stadion ist frei.

Raphael Holzdeppe
Raphael Holzdeppe
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