FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Horst Brill, Legende des FK Pirmasens, im Alter von 80 Jahren gestorben

1977: Horst Brill als FKP-Trainer in der Zweiten Bundesliga.
1977: Horst Brill als FKP-Trainer in der Zweiten Bundesliga.

Horst Brill galt in seiner Glanzzeit als einer der besten deutschen Außenstürmer. Er bestritt sage und schreibe 28 Bundesliga-Aufstiegsspiele, ohne je in die Eliteklasse aufgestiegen zu sein. Er verzichtete auf einen Vertrag mit Bayern München zugunsten des FK Pirmasens. Und er war Trainer einer Mannschaft, die einen Negativrekord im deutschen Profifußball aufstellte. Am Montag ist der Pirmasenser im Alter von 80 Jahren gestorben.

Horst Brill war gerade 19 geworden, als er am 18. Juni 1960 im Berliner Olympiastadion erstmals für den FK Pirmasens in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft spielte und gleich zwei Tore schoss. Drei Jahre später unterschrieb er einen Vertrag bei Bayern München, machte diesen aber zwei Wochen danach rückgängig, weil ihn der FKP davon überzeugte, dass er mit ihm in die Bundesliga aufsteigen würde. Nun, der FKP erreichte zwar 1964 die Aufstiegsrunde, scheiterte aber – wie auch 1966, 1970 und 1971, stets mit Brill.

Beinahe im DFB-Pokal-Finale

Er und „die Klub“ schnupperten in all den Jahren immer wieder am ganz großen nationalen Coup, für den es letztlich nie ganz reichte. So auch im DFB-Pokal: Der 4:3-Halbfinalsieg im September 1960 beim Karlsruher SC wurde wegen Unstimmigkeiten über die Spielberechtigung des FKP-Stürmers Rolf Fritzsche, eines DDR-Flüchtlings, aberkannt, das Wiederholungsspiel verloren die Pirmasenser mit 0:2.

Zweitliga-Negativrekord

Nach seiner Spielerkarriere war Brill immer wieder Interimstrainer des FKP – auch in der fatalen Zweitliga-Saison 1977/78, als dem Verein das Geld ausging, das Team mit A-Junioren und Spielern aus der Reservemannschaft aufgefüllt werden musste und mit einem Sieg, vier Unentschieden und 33 Niederlagen in die Oberliga abstieg. Bis heute gab es in der Zweiten Bundesliga keine schlechtere Bilanz.

Auch mal FKP-Präsident

Der ehemalige Inhaber von Sportgeschäften und spätere Autoverkäufer, der auch mal FKP-Präsident war, coachte lange Jahre Vereine in der Westpfalz. Als er Mitte 70 war, fungierte er als Sportlicher Leiter des PSV Pirmasens. Launig stellte Brill mal fest: „Ich habe von der B-Klasse bis zur Zweiten Bundesliga alles trainiert.“

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