Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Heimspiel für das Liebespaar des Reitsports: Sophie Hinners und Richard Vogel

Diesen Kuss gab’s für Richard Vogel von seiner Lebensgefährtin Sophie Hinners, als er 2025 EM-Gold gewann.
Diesen Kuss gab’s für Richard Vogel von seiner Lebensgefährtin Sophie Hinners, als er 2025 EM-Gold gewann.

Gemeinsam ritten sie 2025 für Deutschland bei der EM. Beide kommen sie viel in der Welt herum und freuen sich auf Wohlfühloasen – in der Pfalz oder in Mannheim.

Sophie Hinners muss nochmal nachfragen – wer soviel mit den Pferden in der ganzen Welt unterwegs ist, kommt manchmal in den Terminen durcheinander. „Wann ist das, am übernächsten Wochenende?“ Genau da. „Das ist dann vor Schanghai, dann bin ich dabei, das passt gerade in meinen Plan“, sagt sie und lacht. Vor der chinesischen Mega-City, dem nächsten Auslandsabenteuer, steht also ... die Pfalz, genauer gesagt Neustadt. Und im besten Fall wieder, wie genau vor einem Jahr, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Richard Vogel, der schon Stammgast am Ordenswald ist, um dort vor allem junge Pferde zu reiten und reifen zu lassen. Bevor es das Paar dann schon wieder buchstäblich ans jeweils andere Ende der Welt führt: Hinners nach Schanghai, Vogel nach Monterrey in Mexiko.

Der Springsport ist so global wie noch nie, aber letztlich haben die Top-Reiterinnen und Top-Reiter ihre Wohlfühloasen. Für Sophie Hinners (28) und Richard Vogel (29) ist das dann auch mal ein ländliches Turnier wie eben Neustadt, oder dann vom 1. bis 5. Mai ihr „Heimspiel“ in Mannheim auf dem Maimarkt.

„Früher war es das für mich nicht, aber inzwischen fühle ich es als Heimspiel“, sagt Sophie Hinners. Die Norddeutsche hat zusammen mit Vogel in der Region Wurzeln geschlagen, im südhessischen Pfungstadt betreiben sie gemeinsam einen Ausbildungsstall.

Pferde rund um die Uhr

Das klingt wirklich so, als seien da zwei angesichts des Berufs „24/7“, also jeden Tag rund um die Uhr, als Paar zusammen. Natürlich längst nicht immer allein, sondern meist von Pferden umgeben. „Tatsächlich haben wir unser Hobby zum Beruf gemacht. Da wollen wir uns nicht beklagen, dass die Pferde immer um uns herum sind“, betont Richard Vogel.

Beide lieben es, gemeinsam aufs selbe Turnier zu gehen. Sich gegenseitig zu unterstützen und Tipps zu geben, ob schon auf dem Vorbereitungsplatz oder direkt nach dem Parcoursumlauf. „Wenn er vorher geritten ist, kommen von ihm die letzten Tipps. Umso schöner, wenn es vom eigenen Partner kommt“, sagt Sophie Hinners. Klar ist aber auch: „Wir versuchen beide, jeweils besser zu sein als der andere. Aber die größte Freude ist, wenn überhaupt einer von uns oben steht – und sich darüber gemeinsam zu freuen.“ Und Richard Vogel, der am Sonntag in Texas Weltcup-Neunter wurde, stellte mal im WDR-Fernsehen grinsend fest: „Spätestens wenn es in den Parcours geht, ist man kein Gentleman mehr.“

Pferde bestimmen fast rund um die Uhr das Leben von Sophie Hinners und Richard Vogel.
Pferde bestimmen fast rund um die Uhr das Leben von Sophie Hinners und Richard Vogel.

Mannheim ist so ein Turnier, das beide gern zusammen bestreiten. Doch diesmal wird es eine Punktlandung. Auf dem Maimarkt gewann Sophie Hinners vor einem Jahr zusammen mit der deutschen Equipe den europäischen Nationenpreis, sicherte im Stechen gegen die Schweiz den Sieg. Diesmal reitet sie am Sonntag, wenn der erste Turnierhöhepunkt stattfindet, in – genau – Schanghai. „Das wird ein komplexes Wochenende“, sagt sie und verspricht aber: „Montagmorgen bin ich da.“

Punktlandung nötig

Pünktlich dann für die Qualifikation zur traditionsreichen Badenia, den Abschlusshöhepunkt am Dienstag. Vogel hat den Großen Preis in Mannheim schon gewonnen, würde das gern wiederholen, aber es wird für ihn logistisch gesehen noch kniffliger. Er reitet sonntags in Monterrey, und die Zeitverschiebung spielt ihm – anders als seiner Freundin – nicht in die Karten. „Es hängt davon ab, ob er den letzten Flieger bekommt“, weiß Turnierchef Peter Hofmann.

Als erstes „Liebespaar“ der Weltspitze, das gemeinsam ein internationales Championat bestreitet, schrieben Hinners und Vogel vergangenes Jahr Schlagzeilen. „Ein Liebespaar auf Goldjagd“, lautet damals eine davon. Sie ritten gemeinsam bei der EM. Bundestrainer Otto Becker hatte damals sinngemäß klargestellt: Er nominiert nach Leistung, nicht nach Status der Beziehung. Und sollte Recht behalten: Vogel wurde Einzel-Europameister, Hinners gewann gemeinsam mit ihm Bronze mit der Equipe. Echte „Elitepartner“ also. Und dieses Jahr? „Die WM in Aachen ist das große Ziel“, sagte sie.

„Elitepartner“ auf der Überholspur

Der Sport und die Pferde dominieren also das Leben des Paares, wohl deswegen weicht Sophie Hinners im Gespräch mit der RHEINPFALZ einer eigentlich naheliegenden Frage eher aus. Rund neun Jahre sind beide nun zusammen, reifen da langsam mal Gedanken an eine zünftige Reiterhochzeit? „Das ist weit weg“, sagt Sophie Hinners und lächelt. Kein Wunder bei diesen Reiseplänen: von der Pfalz ans Ende der Welt und zurück nach Mannheim, alles in einer Woche.

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