Sport Handball: Uwe Gensheimer bei EM verunsichert – Sieg gegen Spanien nötig

Varazdin. Es läuft nicht bei Uwe Gensheimer. Der Kapitän der deutschen Handballer ist ein Schatten seiner selbst. Die zweite Halbzeit gegen Dänemark am Sonntag (25:26) erlebte er von der Bank. Schafft der Linksaußen im entscheidenden Hauptrundenspiel um den EM-Halbfinal-Einzug gegen Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr, ZDF) die Wende?
Es sind diese Bilder, die sich häufen. Uwe Gensheimer, wie er ins Leere blickt. Wie er niedergeschlagen mit dem Handtuch über dem Kopf da sitzt. Nach der Niederlage gegen Dänemark lief er, Uwe Gensheimer, auf das Feld und tröstete Rune Dahmke, seinen Ersatzmann. Der junge Kieler, am Wochenende nachgerückt, kam bereits in der ersten Halbzeit für Gensheimer aufs Feld, spielte die zweiten 30 Minuten durch. Dahmke machte seine Sache sehr gut, er überzeugte wieder mit seiner Unbekümmertheit, aber auch mit seinem Einsatz. Einen Wurf der Dänen aufs leere Tore parierte er artistisch im Zurücklaufen. „Als ich gehechtet bin, habe ich mir nichts dabei gedacht, am Morgen danach, als ich aufgewacht bin, hat mir die Hüfte wehgetan. Aber es ist okay“, sagte er. Ein Europameister kennt keinen Schmerz. Von fünf Chancen im Spiel gegen Dänemark nutzte er vier. Rune Dahmke verkörpert diesen „Bad-Boy-Geist“. Er steht für den überraschenden Erfolg von 2016 in Polen, als Gensheimer verletzt war, er einsprang. Dass der 24-Jährige jetzt nachnominiert wurde, hatte natürlich Aussagekraft. Bundestrainer Christian Prokop formulierte verklausuliert: „Ich möchte auf Linksaußen ein starkes Duo haben.“ DHB-Vize Bob Hanning sagte, Gensheimer könne viel mehr, bedeutete aber, dass er seine Rolle als Kapitän der Mannschaft zur vollsten Zufriedenheit ausfülle.