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Handball: Eulen verlieren auch gegen Wetzlar
Der eine oder andere hatte nach dem starken Auftakt gegen die Rhein-Neckar Löwen auf etwas Zählbares gegen die HSG Wetzlar gehofft. Doch die Eulen Ludwigshafen erwischten gestern Abend vor 1822 Zuschauern in der Eberthalle nicht ihren besten Tag. Mit 25:31 (10:17) verlor die Mannschaft von Ben Matschke ihr zweites Heimspiel in der Handball-Bundesliga in Folge.
Dabei ging es verheißungsvoll los für die Eulen. Nach 30 Sekunden erzielte Neuzugang Dominik Mappes das 1:0. Die Mannschaft wollte den Schwung aus dem Derby mit auf das Parkett nehmen. So war der Plan. Das ging auch knapp zehn Minuten auf. Doch dann führten die Nordhessen mit 8:5 durch Maximilian Holst. Nach vorne ging bei den Eulen leider nicht mehr viel. Dietrich, Mappes und Müller bissen sich immer wieder an der robusten HSG-Abwehr fest. Torwart Till Klimpke war schwer zu bezwingen. Auch Kai Dippe scheiterte mit einem Siebenmeter an dem guten Wetzlarer Keeper.
Eine Waffe für die Gäste waren die Tempogegenstöße. Der flinke Rechtsaußen Kristian Bjornsen netzte zur Pause gleich fünf Mal ein. Das machte die Eulen-Abwehr gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag viel besser. Zum Glück erwischte Stefan Hanemann im Gehäuse einen guten Tag. Acht Mal verhinderte er gute Torchancen der Gäste. Kurz vor der Pause parierte der Keeper vorzüglich gegen den freistehenden Anton Lindskog. So waren es immerhin nur sieben Tore Rückstand zur Pause. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Da hat uns die Leidenschaft gefehlt. Dabei haben wir uns im Vorfeld eine Chance gegen Wetzlar ausgerechnet“, sagte ein enttäuschter Pascal Durak.
Dietrich bekommt früh die Rote Karte
Aufgeben wollte sich das Team nach einer ordentlichen Kabinenansprache nicht. Im zweiten Abschnitt agierte die Deckung deutlich aggressiver im Spiel eins gegen eins. Kapitän Gunnar Dietrich ging voran. Dieses Engagement ging jedoch nach hinten los. Der zweiten Zeitstrafe in der 34. Minute folgte drei Minuten später eine weitere und damit die Rote Karte. Genauso wie gegen die Löwen, da musste Kai Dippe vorzeitig das Parkett verlassen, verlor die Mannschaft früh einen Leistungsträger. Hängen ließ sich die Truppe aber nicht.
Der nach der Pause gekommene Torwart Martin Tomovski zeigte einige gute Paraden. Im Angriff lief es besser. Jerome Müller verkürzte auf drei Tore zum 22:25 (51.). Letztendlich fehlte auch das Quäntchen Glück. Die Eulen kamen einfach nicht mehr entscheidend heran. Auch drei Siebenmeter wurden durch Dippe und Durak vergeben. Wetzlar war am Ende zu clever und hatte immer Lösungen parat. Ex-Spieler Alexander Feld schoss in der Schlussphase zwei wichtige Tore. „Ich bin froh, dass das Spiel vorbei ist und wir mit zwei Zählern nach Hause fahren können. Ich weiß, welche Emotionen die Mannschaft und die Halle zeigen können“, kommentierte Feld.
„Verlieren am Ende verdient“
Die zweite Halbzeit gewannen die Eulen mit 15:14. Das ärgerte im Nachhinein Coach Ben Matschke. „Die sieben Tore Rückstand zur Pause waren eine schwere Hypothek. Dadurch, dass wir zwei unterschiedliche Halbzeiten spielen, verlieren wir am Ende verdient. Ich wünsche mir einfach mal 60 gleich starke Minuten. Wetzlar ist halt in solchen Spielen kaum zu schlagen“, sagte der Eulen-Trainer. Sein Kollege Kai Wandschneider war nach der Heimniederlage gegen Lemgo erleichtert: „Unser Trumpf war, dass wir Lösungen gegen die unangenehme Friesenheimer 5-1-Deckung gefunden haben. Nach einer schwächeren Phase haben wir am Ende noch einmal die Konzentration erhöht.“
So spielten sie
Eulen Ludwigshafen: Hanemann, Tomovski (ab 31.) - Müller (5), Mappes (3), Dietrich (1) - Falk (1), Scholz (3) - Haider (1) - Hofmann, Dippe (5/2), Stüber (1), Bührer (2), Durak (3/1)
HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (n.e.) - Cavor (3), Mirkulovski (1), Forsell Schefvert (3) - Bjornsen (7), Holst (5/2) - Lindskog (2) – Torbrügge (2), Rubin (4), Ferraz, Kneer, Feld (3), Weissgerber (1)
Spielfilm: 3:2 (5.), 5:9 (11.), 7:10 (16.), 9:13 (20.), 10:16 (25.),11:19 (34.),13:20 (37.), 17:22 (42.), 20:24 (49.), 22:26 (52.), 25:30 (58.) - Siebenmeter: 6/3 - 2/2 - Zeitstrafen: 5/6 - Beste Spieler: Hanemann, Tomovski, Scholz – Klimpke, Bjornsen, Rubin - Rote Karte: Dietrich (37., dritte Zeitstrafe) - Zuschauer:1822 - Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Metzingen/Reutlingen).