Handball
Große Erleichterung bei den Eulen Ludwigshafen nach Sieg im Kellerduell
Die Erleichterung bei den Eulen Ludwigshafen war noch lange nach dem Sieg zu hören. Aus der Eulen-Kabine wummerte noch um 23.20 Uhr der Bass bis auf das Spielfeld in der menschenleeren Friedrich-Ebert-Halle. Die Spieler feierten den 22:19-Erfolg gegen den HSC 2000 Coburg. Sie schmetterten die Texte zur Musik. Schlager, Evergreens und Partysongs dröhnten aus der Box – es war sozusagen ein Kabinenfest mit einem gut gelaunten Männerchor. „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Trainer Ben Matschke.
Das war eine Untertreibung. Es waren Zentnerlasten, die von den Schultern purzelten. Denn der Druck vor dem Duell des Tabellenletzten (Coburg) beim Tabellenvorletzten (Ludwigshafen) war enorm. „Ein wichtiges Spiel, das wir verdient gewonnen haben. Die Trainingswoche war hart. Da war Druck“, sagte Alexander Falk. Der Rechtsaußen der Eulen zeigte nach seiner dreimonatigen Knieverletzung sein bestes Spiel. Falk verteidigte stark, schnappte immer wieder seinem Gegenspieler Bälle weg und leitete dadurch Tempogegenstöße ein.
Vier Punkte Rückstand
Es war aber nicht nur die starke Leistung von Falk, die zum verdienten Sieg der Eulen führte. Die ganze Mannschaft überzeugte. Gerade einmal drei technische Fehler unterliefen den Eulen. Das ist ein herausragender Wert. „Das war richtig gut“, lobte denn auch Ben Matschke die Art und Weise, wie seine Mannschaft auf den Punkt genau agierte. Denn selbstverständlich war es nicht, dass die Eulen nach den vielen Nackenschlägen in den Wochen zuvor so fokussiert und konzentriert spielten. Es stand viel auf dem Spiel. Im Falle einer Niederlage wäre der Abstand auf HBW Balingen-Weilstetten bei sechs Punkte geblieben. Balingen steht auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. So sind es nun vier Zähler.
Daraus schöpft Alexander Falk Mut und Zuversicht. „Es wird schwer, aber wir haben noch einige Vier-Punkte-Spiele“, sagte Falk. Damit meint der 23 Jahre alte Ludwigshafener die noch anstehenden Duelle zu Hause gegen Balingen-Weilstetten, Nordhorn-Lingen und in Essen. Alle drei Mannschaften kämpfen ebenfalls gegen den Abstieg. Und alle drei Konkurrenten haben gute Chancen.
Bekannte Situationen
Die Eulen Ludwigshafen haben den Klassenverbleib demnach noch selbst in der Hand. Sie kennen solche Situationen aus der Vergangenheit. Da sah es mitunter schon aussichtsloser aus – und trotzdem blieb der Verein erstklassig. Das ist wieder das Ziel der Eulen. Und sie sind diesem nach dem Sieg gegen Coburg ein winziges Stückchen näher gekommen. Allerdings nur ein ganz winziges. Denn aufgrund der Corona-Pandemie ist vieles schwer vorherzusagen. Partien werden abgesagt, der Rhythmus der Mannschaften ändert sich dadurch. Es bedarf einer gewissen Flexibilität.
Die Eulen sind bislang damit gut klar gekommen. In diesem Jahr hat sich die Mannschaft kontinuierlich gesteigert. „Wir schauen nur auf uns und auf das, was uns stark macht“, sagte Matschke. Aus diesen Tugenden schöpfen die Eulen ihre Hoffnung. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den vergangenen vier Jahren, von Beginn an so konsequent gespielt und geführt haben“, meinte der Trainer zum Heimsieg. Das führte dazu, dass Ludwigshafen gerade einmal sechs Gegentore in der ersten Halbzeit bekommen hatte. „Coburg ist ein ganz anderes Profil als ein Spiel in der SAP-Arena“, sagte Matschke. Solche Spiele stehe den Eulen noch bevor. Diese müssen gewonnen werden – und dann wird der Männerchor der Eulen wieder Schlager und Evergreens anstimmen.