FCK
Fragen und Antworten zur ersten digitalen Jahreshauptversammlung des FCK
Der junge Mann hatte in den vergangenen Wochen noch mehr zu tun als ohnehin schon beim 1. FC Kaiserslautern: Jonas Bohrmann (27) ist der Vereinsmanager und organisiert zum zweiten Mal federführend die Jahreshauptversammlung. 2500 bis 3000 der 16.560 FCK-Mitglieder wollen sich am Freitag von zu Hause aus übers Internet zuschalten. Zum Vergleich: Bei der brisanten letzten Versammlung mit umfangreichen Nachwahlen am 1. Dezember 2019 waren in der Spitze 1751 Mitglieder in der Fanhalle Nord live dabei.
Wie kann oder konnte man sich zur Teilnahme an der Versammlung anmelden?
Der FCK hat aus organisatorischen Gründen um eine frühzeitige Anmeldung gebeten – mit dabei sein und auch bei den Wahlen des Aufsichtsrates, des Ehrenrates und der Kassenprüfer abstimmen ist aber noch immer möglich. Dazu hat der FCK nach Auskunft Bohrmanns seine Mitglieder satzungsgemäß schon am 21. Januar eingeladen.
Was braucht man, um am Freitag ab 18 Uhr dabei sein zu können?
Neben den vom FCK und seinen Dienstleistern den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellten Anmeldedaten samt Passwort braucht man eine einigermaßen schnelle Internetverbindung per PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Informationen dazu gibt es auch auf fck.de.
Wie kann ich online von meinem Rederecht als Mitglied Gebrauch machen?
Die Darstellung auf dem Bildschirm ist zweigeteilt. Über einen Button auf der linken Bildschirmhälfte kann man seine Wortmeldung anmelden. Nach Zusendung eines Links per E-Mail kommt man in einen separaten virtuellen „Raum“, in dem alles weitere individuell veranlasst wird. Auf der rechten Bildschirmhälfte verfolgt man die Versammlung. „Es gibt zunächst keine zeitliche Begrenzung für Wortbeiträge“, sagt Bohrmann. Dass die Reden ausufernd lang werden, wünscht sich niemand, dennoch habe man angesichts des Beginns um 18 Uhr vorsorglich auch über Mitternacht hinaus eingeladen, damit rechtlich alles wasserdicht sei, sagt Bohrmann. Voraussetzung für Wortbeiträge sind funktionierende Mikrofone und auch Kameras am Endgerät des jeweiligen Mitglieds.
Wie läuft das mit den Wahlen zum Aufsichtsrat ab, einem ganz wichtigen Tagesordnungspunkt?
Die neun Bewerber stellen sich je fünf Minuten vor. Sie werden am Veranstaltungstag vor Ort in Kaiserslautern sein und sich live aus der Ebene 1900 im Fritz-Walter-Stadion heraus den Mitgliedern vorstellen.
Wer bewirbt sich?
Aus dem bisherigen Gremium treten Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Keßler, -sprecher Markus Merk, Martin Weimer und Fritz Fuchs wieder an. Dazu kommen fünf Bewerber, die bisher nicht dabei sind: Valentin Helou, Bernhard Koblischeck, Carsten Krick, Johannes B. Remy und Udo Zender. Andreas Nicolay, ursprünglich der zehnte Bewerber, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Die fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen werden auf drei Jahre direkt gewählt, die drei folgenden Bewerber sind Nachrücker. Durch Nachberufungen, die das Gremium vornehmen kann, kann der Rat bis zu sieben Köpfe zählen.
Wie können die Mitglieder ihre Stimme abgeben?
Das geschieht ebenfalls auf der linken Bildschirmhälfte. Sobald die jeweiligen Abstimmungen eröffnet sind, erscheint dort die entsprechende Ansicht.
Wer sorgt dafür, dass aufseiten des FCK technisch alles läuft?
Da habe sich der 1. FC Kaiserslautern die Dienste von zwei in dem Bereich schon erprobten Firmen gesichert, sagt Bohrmann: Wige aus Meckenheim bei Bonn und beim Abstimmungssystem das Nürnberger Unternehmen Voting Partner.
Welche Klubs haben solche digitalen Versammlungen schon gemacht?
FCK-Vereinsmanager Jonas Bohrmann ist unter anderem mit dem 1. FC Nürnberg in engem Kontakt gewesen. „Von den etwa 24.000 Mitgliedern des 1. FC Nürnberg haben rund 4000 bei der virtuellen Versammlung teilgenommen“, erzählt der 27-Jährige.
Wie nehmen die FCK-Mitglieder das Ganze an?
„Manche Mitglieder hätten lieber eine Präsenzveranstaltung wie bisher“, sagt Bohrmann, „andererseits gibt es viele sehr positive Rückmeldungen. Zum Beispiel von Mitgliedern aus dem Ausland, die sich freuen, dass sie nun erstmals dabei sein können, indem sie sich übers Internet zuschalten.“
Wer wird in der Nordtribüne des Stadions vor Ort sein?
Etwa 40 Personen, die für die Durchführung der Veranstaltung nötig sind, werden laut FCK gemäß den Hygiene- und Abstandsregeln vor Ort sein. Das habe man mit der Stadt abgeklärt.
Und wer spricht vom „Betze“ aus?
Das sind diejenigen Aufsichtsratsmitglieder und -kandidaten, die lieber vor Ort sind, als zugeschaltet zu werden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler leitet die Versammlung zusammen mit Mitgliedern des Ehrenrates, allen voran dessen Vorsitzendem Michael Koll. Die Vereinsvorstände Wolfgang Erfurt als Vorsitzender und Tobias Frey sowie Gero Scira als Vorstandsmitglieder berichten für den e. V. – Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt spricht als Gast für die Profifußball-Kapitalgesellschaft über deren Lage. Vonseiten des FCK nicht als Redner geplant ist der designierte Geschäftsführer Sport Thomas Hengen. Das hatte ein RHEINPFALZ-Text von Mitte voriger Woche suggeriert.
Ist das Ganze teurer als die beim FCK gewohnte Präsenz-Versammlung in der Halle der Nordtribüne?
Nein, sagt Bohrmann. Es sei etwas günstiger, auch weil man weniger Personal und Logistik für Aufbau und Abbau der Bühne und der Bestuhlung brauche. Dennoch kostet auch die Online-Versammlung einen fünfstelligen Betrag. Die externen Dienstleister sollen dafür sorgen, dass man für alle technischen Eventualitäten gerüstet ist und etwa die Abstimmungen später nicht aus irgendwelchen Gründen anfechtbar sind. Es ist alles anders – Pandemie-Zeiten eben. „Irgendwie aber auch ein spannender Schritt in die digitale Zukunft für unseren 1. FC Kaiserslautern“, meint Vereinsmanager Bohrmann.
