1. FC Kaiserslautern
FCK-Trainer Schuster vor Derby: „Wollen uns etwas Winterspeck anfuttern“
Dirk Schuster war nicht nach Lachen zumute, als er das erste Mal ins Büro von Geschäftsführer Thomas Hengen marschierte. Der Trainer des 1. FC Kaiserslautern blickte auf eine Wimpelcollage von den großen Spielen des FCK. Die hängt hinter Hengen an der Wand. Da prangen die Erinnerungsstücke vom Champions-League-Spiel gegen den FC Bayern München am 3. März 1999, vom Uefa-Pokal-Spiel im September 1999 in Kilmarnock, von der Champions-League-Partie in Eindhoven am 21. Oktober 1998, ein Wimpel als Erinnerung an das Team des Jahres 1991. In der Mitte dieser Zusammenstellung thront sozusagen der DFB-Pokal-Sieg des FCK gegen den Karlsruher SC 1996. „Am Anfang haben wir darüber gefrotzelt“, erzählt Hengen. Mittlerweile hat sich Schuster an den Anblick gewöhnt. Zwangsläufig.
Schuster wohnt noch in Karlsruhe
Dirk Schuster spielte von 1991 bis 1997 für den Sport-Club, sein Hauptwohnsitz ist immer noch Karlsruhe. „Die Vergangenheit spielt beim Derby eine untergeordnete Rolle. Das war vor 25 Jahren“, sagt Schuster. Es zähle die Gegenwart. Und die besagt, dass der FCK in der Tabelle derzeit vor den Badenern steht. Ja, und dass der FCK favorisiert in das 62. Derby geht, vor mindestens 42.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion (Dienstag, 18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de, Sky). Schließlich hat der KSC die letzten fünf Pflichtspiele verloren. Das Team strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen. „Dirk Schuster hat eine richtige Betzenberg-Mannschaft zusammengestellt“, sagt KSC-Trainer Christian Eichner: Das Team sei lauf- und kampfstark, einsatzfreudig, mutig, leidenschaftlich – insgesamt vielleicht: unbändig. In Eichners Augen verkörpert der FCK mit seinen Attributen die Zweite Liga in Reinform.
Solche Aussagen bewertet Schuster nicht über. Sie gehören zum Geschäft. Für den FCK-Trainer war der KSC in den vergangenen Spielen nur ergebnistechnisch nicht so erfolgreich. „Sie haben aber teilweise gute Leistungen gebracht“, betont Schuster. Überhaupt haben Eichner und Sportdirektor Oliver Kreuzer den KSC seiner Meinung nach „absolut salonfähig“ gemacht in der Zweiten Liga. „Sie haben die letzten beiden Jahre eher oben angeklopft. Die Entwicklung ist brutal sichtbar“, sagt Schuster.
Schuster und Hengen spielen in einem Team
Schuster hat in Karlsruhe sogar eine Saison mit Thomas Hengen, dem FCK-Geschäftsführer, zusammengespielt. „Ich kam als junger Spieler, Dirk war ein arrivierter Akteur, hart auf dem Platz, aber immer herzlich und fair“, erinnert sich Hengen. Er und Schuster kennen also den kommenden Gegner aus eigener Erfahrung. Beide kennen auch die Atmosphäre, die während solch eines Derbys herrscht.
„Unseren Spielern muss man nichts über ein Derby erzählen, das haben die letzten Jahre gezeigt. Sie wissen, was das für sie, für die Fans und den Verein bedeutet“, sagt Hengen: „Wir müssen Emotionen zeigen, diese aber im Zaum halten. Es nutzt nichts, wenn zwei vom Platz fliegen.“ Der Sportchef erwartet eine gesunde Zweikampfführung der FCK-Elf, aber keine brutale. „Wir müssen auf Sendung sein, von Anfang an bis zum Ende. Jede Woche sehen wir, dass man sich keine zehn Minuten Leerlauf erlauben kann“, sagt Hengen. Gerade bei so einem Derby werde eine spezielle Atmosphäre im Stadion herrschen. Die Rivalität artete auch schon mal aus, als sich 2014 KSC- und FCK-Fans im Stadion prügelten. Deshalb gilt bei dieser Partie eine hohe Sicherheitsstufe.
Elf-Freunde-Kreisel kurzfristig gesperrt
Der Elf-Freunde-Kreisel wird von 16.05 Uhr bis 16.30 Uhr weiträumig abgesperrt – für Fußgänger und Autofahrer. Dann werden die KSC-Anhänger erwartet.
Traditionell lässt sich Dirk Schuster vor dem Spiel nicht in die Karten schauen – was die Aufstellung angeht. „Wir wollen gegen den KSC die erfolgversprechendsten, fittesten und besten Spieler auf den Platz bringen und nicht einfach wild durchrotieren nur der Rotation willen, weil es gerade modern ist und andere Kollegen das so machen. Wir werden unseren Weg weitergehen“, betont Schuster.
Das heißt: Die Erfolgsserie von sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien soll fortgesetzt werden. „Wir werden uns nicht darauf ausruhen. Wir wollen gegen den KSC noch etwas obendraufsatteln. Wir wollen uns noch etwas Winterspeck anfuttern“, sagt Schuster.
