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FCK: Schommers gibt sich selbstkritisch und spürt Rückendeckung
Es ist Herbst geworden. Und just hat die beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern meist latent herrschende Trainerdebatte extrem an Schärfe gewonnen. Zumindest in der Öffentlichkeit. Die Lawine losgetreten hat eine Diskussion zwischen Beiratsmitgliedern, wie sie regelmäßig geführt wird und geführt werden sollte. Mal heftiger, mal weniger heftig. Das Problem: Es wurde öffentlich, dass Beiratsmitglied und Ex-Profi Martin Wagner gerne gehabt hätte, FCK-Trainer Boris Schommers ein Ultimatum zu stellen und dessen Zukunft am „Betze“ mit der Partie am Sonntag (14 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) bei Türkgücü München zu verknüpfen.
Am Donnerstag dann vermeldete der FCK Wagners Rücktritt aus beruflichen und persönlichen Gründen zum 1. Oktober. Der freiwillige Rückzug war jedoch ohnehin vorbereitet, Wagner hatte ihn selbst bereits beim FCK-Mitgliederforum am 15. August angekündigt.
Demonstrative Rückendeckung durch den Sportdirektor
Zur Pressekonferenz am Freitagnachmittag wurde Schommers von Sportdirektor Boris Notzon und seinem Trainerteam begleitet. Sonst nehmen Schommers und Pressesprecher Stefan Roßkopf diesen Gesprächstermin mit Journalisten meist alleine wahr. Demonstrative Rückendeckung. „Ich spüre den kompletten Rückhalt des Vereins“, sagte Schommers bei der Presserunde. „Für mich zuständig ist auch nicht der Beirat, sondern das sind der Geschäftsführer und der Sportdirektor.“
Notzon indes hatte sich schon am Vormittag in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ hinter Schommers gestellt. Der aufstiegsambitionierte FCK hat nach der Niederlage im DFB-Pokal im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Regensburg auch zum Drittliga-Auftakt verloren – 0:1 gegen Dresden. Aber es ist erst ein Liga-Spieltag absolviert. So äußerte Notzon Unverständnis über die Heftigkeit der öffentlichen Diskussion. „Wir stehen hinter Boris Schommers, dem Trainerteam und der Mannschaft. Wir sind täglich im engen Austausch, und wie in jedem Fußballverein diskutieren wir auch kritisch“, sagte Notzon. „Dass schon nach dem ersten Spieltag und einer knappen Niederlage gegen eine von allen hoch eingeschätzte Dresdner Mannschaft eine öffentliche Trainerdebatte geführt wird mit Online-Abstimmungen über den Trainer, ist nicht der richtige Weg. Wir unterstützen den Trainer in seiner Arbeit.“
„Giftpfeil, den hier keiner braucht“
Schommers lässt die Debatte dennoch nicht kalt. „Das ist so ein Giftpfeil, den hier keiner braucht“, kommentierte der Fußball-Lehrer am Freitag die aufgebrandete Debatte um seine Person. „Ich bin nicht der perfekte Trainer, ich mache auch nicht alles richtig“, sagte Schommers. „Und wir tauschen uns intern stets auch kritisch über die sportliche Situation aus“, betonte der 41-Jährige. „Aber ich bin überzeugt davon, dass die Entwicklung der Mannschaft in die richtige Richtung geht. Und ich hoffe, dass wir durch Erfolge auch die Letzten im Umfeld mit ihren Giftpfeilen verstummen lassen.“
Dennoch müsse man gegen das offensivstarke Türkgücü-Team „höllisch aufpassen“, sagte Schommers. „Wir wollen mit viel Freude und Leidenschaft dieses Spiel angehen und es gewinnen“, ergänzte Notzon.
Lazarett lichtet sich nicht
Bei den Lauterern fehlen die mit Rippenverletzungen ausfallenden Alexander Winkler und Marius Kleinsorge sowie Nicolas Sessa (Reha) weiter. Der Einsatz Lucas Rösers, der zuletzt wegen muskulärer Probleme passen musste, ist unwahrscheinlich. Dass er und die Mannschaft, von der er die Trainerdebatte fernhalten will, die Abschlussschwäche schnell in den Griff bekommen, davon ist Schommers überzeugt. Es gehe natürlich auch gegen tief stehende Mannschaften „um Lösungsmöglichkeiten, wie wir vielleicht trotzdem ein Tor schießen“. Das wäre wichtig bei Aufsteiger Türkgücü an der Grünwalder Straße vor leeren Rängen. Für Schommers und den ganzen Klub. Der hat in den vergangenen Jahren arg oft den Trainer gewechselt, als es Herbst wurde.
