Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen: Siegesserie gerissen

Die fünf Tore von Ludwigshafens Alexander Falk halfen den Eulen nur bedingt in Nordhorn-Lingen.
Die fünf Tore von Ludwigshafens Alexander Falk halfen den Eulen nur bedingt in Nordhorn-Lingen.

Die Eulen Ludwigshafen haben nach acht Erfolgen in Folge erstmals wieder verloren. Die Mannschaft von Trainer Michel Abt unterlag am Sonntag bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 20:24 (11:12). Vor allem an einem Spieler verzweifeln die Ludwigshafener.

Der Garant des Erfolges bei der HSG Nordhorn-Lingen stand im Kasten der Gastgeber. Bart Ravensbergen, niederländischer Nationaltorhüter, war mit 22 Paraden der Mann des Spiels, war bei drei Siebenmetern nicht zu überwinden und erzielte ganz nebenbei auch noch zwei Tore. „Wir sind an einem überragenden Torhüter gescheitert; das bricht uns am Ende das Genick“, sagte Alexander Falk. Der Rechtsaußen der Eulen war mit fünf Toren der erfolgreichste Torschütze seines Teams.

Die Voraussetzungen waren nicht gerade ideal für die Ludwigshafener. Linkshänder Stefan Salger hatte sich zwar mit auf den Weg ins Emsland gemacht, kam aber wegen einer Rückenverletzung nicht für einen Einsatz infrage, Rückraumkollege Sebastian Trost hatte sich im Abschlusstraining am Fuß verletzt und war daheim geblieben und Linksaußen Lion Zacharias, die Leihgabe von den Rhein-Neckar Löwen, wurde beim Erstligisten gebraucht. Da traf die Gäste die Rote Karte gegen Kapitän Maximilian Haider (33.) wegen der dritten Zeitstrafe umso härter.

Ludwigshafen mit Mängeln bei Siebenmetern

Dennoch war die Partie bis zum Ende offen. Selbst als die Gäste zehn Minuten vor dem Ende bei 18:22 erstmals mit vier Toren ins Hintertreffen geraten waren, gaben sie sich nicht auf. Und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn die Eulen nach den Toren von Pascal Bührer und Jan Remmlinger zum 20:22 (52.) eine der vielen Chancen genutzt hätten, um sogar bis auf ein Tor heranzukommen. Die hochkarätigste Möglichkeit bot sich Marc-Robin Eisel per Siebenmeter, doch der Rückraumspieler brachte auch den dritten Versuch der Eulen vom Strich nicht im Tor unter (58.), nachdem in der ersten Halbzeit bereits Tim Schaller mit zwei Strafwürfen an Ravensbergen gescheitert war. „Wenn wir den machen, möchte ich mal sehen, wie Nordhorn-Lingen bei doppelter Unterzahl im nächsten Angriff reagiert“, haderte Abt nach der Partie mit dieser Szene.

Während Nebojsa Simovic und Georg Pöhle bei der HSG Strafzeiten abbrummten, hatten die Gastgeber beim Gegenstoß Glück, dass Jaime Fernandez ein Siebenmeter zugesprochen wurde, nachdem er an Ziga Urbic im Tor der Eulen gescheitert war. Der Keeper war nach seiner Hereinnahme mit einigen starken Paraden entscheidend daran beteiligt, dass sein Team wieder auf zwei Tore herangekommen war. Doch den Strafwurf von Fernandez musste er passieren lassen – 20:23 (59.). Damit war die Partie endgültig gelaufen, ehe Markus Stegefelt mit dem fünften Empty-Net-Goal der Gastgeber für den Endstand sorgte.

Falk: „Ein brutales Spiel für uns“

„Das war ein brutales Spiel für uns“, sagte Falk: „Wir spielen eine super Abwehr, halten Nordhorn bei 24 Toren. Aber wir nutzen unsere Chancen nicht.“ Allein auf die Fehlwürfe wollte es sein Trainer aber nicht schieben. „Wir haben es einfach nicht geschafft, uns diese klaren Chancen rauszuspielen, wie wir es in den Spielen zuvor geschafft haben“, erklärte Abt: „Nordhorn hat super verteidigt. Wir mussten uns teilweise Würfe nehmen, die wir so in den Spielen zuvor nicht hatten. Wenn man dann die freien Bälle nicht macht, wird es schwierig. Unter den gegebenen Bedingungen ist die Niederlage hier für uns kein Beinbruch.“

So spielten sie

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (2 Tore) - Lindberg (2), Marschall (3), Stegefelt (5), Fernandez (5/2), Terwolbeck (1), de Boer (2), Simovic, Possehl, Wasielewski (1), Pöhle, Kalafut (3)

Eulen Ludwigshafen: Asanin (ab 50. Urbic) - Schaller (1), Eisel (1), Keskic (3), Meyer-Siebert (2), Haider (2), Gorpishin, Remmlinger (1), Falk (5), Bührer (2), Manfeldt Hansen, Klein (3)

Spielfilm: 4:5 (15.), 12:11 (30., 18:18 (46.), 22:18 (50.), 24:20 (60.) - Siebenmeter: 2/2 – 0/3 - Zeitstrafen: 14:12 - Rote Karte: Haider (33., dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: Ravensbergen, Fernandez, Kalafut – Asanin, Urbic, Falk - Zuschauer: 2517 - Schiedsrichter: Hillebrand/Umbescheidt (Bönen/Bergkamen).

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