Handball
Eulen Ludwigshafen siegen: Auf Saarland-Connection ist Verlass
Nach 16 Minuten nahm Eulen-Trainer Johannes Wohlrab einen Torhüter-Tausch vor. Er holte Mats Grupe vom Feld und brachte Ziga Urbic. Dieser Wechsel fruchtete. Urbic kam bis zur Pause auf eine Quote von über 37 Prozent gehaltener Bälle. So konnten sich seine Vorderleute absetzen. Als Urbic kam, stand es 9:9, in den letzten Minuten vor der Pause gelang es den Eulen, sich auf drei Tore abzusetzen. Das schönste Tor in dieser Sequenz: Marc-Robin Eisel tankte sich von der Mitte Richtung halbrechts durch, schien zu werfen, aber im letzten Moment spielte er Tom Bergner am Kreis an, der – völlig frei – das 12:11 markiere.
Plötzlich wir des eng
Die Eulen waren vor 1582 Zuschauern auf Kurs. Und sie starteten auch nach der Pause konzentriert. Sie mussten noch einmal kurz durchatmen, als die Gäste aus der Ludwigshafener Partnerstadt in der 40. Minute den 23:23-Ausgleich warfen. Vorausgegangen war eine Zwei-Minuten-Strafe für Mex Raguse, im Anschluss scheiterten Kasper Manfeldt Hansen und Kapitän Max Haider frei vom Kreis. Haider machte es kurz darauf besser, und als der überragende Mex Raguse das 25:23 erzielte, waren die Eulen wieder in der Spur. Torhüter Ziga Urbic war genau dann wieder da, als er gebraucht wurde. Er kam auf elf Paraden. „Wir sind im Kopf cool geblieben. Unser Ziel vor dem Spiel waren zwei Punkte, das haben wir geschafft“, resümierte der Torhüter, der ganz bescheiden betonte: „Ich sage immer so: einmal der eine, einmal der andere. Wir sind zu zweit hier, wir unterstützen einander. Ich habe gut gehalten, ich bin zufrieden.“ Und fast schon typisch für diese Spielzeit: Der Torhüter, der eingewechselt wurde, war der bessere Mann ...
Tim Schaller erzielt neun Tore
In der 56. Minute betrug der Vorsprung der Eulen gar sechs Tore. Den Treffer zum 33:27 erzielte Tim Schaller, der als Linksaußen bis auf wenige Minuten durchspielte. Sein Partner Kian Schwarzer fehlte wegen einer Außenbandverletzung. Als Schaller umknickte, wurde er von Gianluca Herbel vom HLZ Friesenheim-Hochdorf vertreten, der auch gleich ein Tor warf. Schaller trug sich neunmal in die Torschützenliste ein. „Dessau ist stärker, als es der Tabellenplatz aussagt“, betonte Schaller.
Sein Trainer Johannes Wohlrab lobte nach dem Spiel seine „Saarland-Connection“. „Ich habe ja einige Spieler aus dem Saarland, ich kann bringen, wen ich will, es klappt, auch wenn ich sie nicht immer verstehe“, sagte Wohlrab scherzhaft, froh, dass seine Mannschaft die personell geschwächten Gäste nicht unterschätzte. „Es war ein verdienter Sieg, auch wenn wir ein paar Bälle zu viel liegen haben lassen und ein paar technische Fehler zu viel gemacht haben. Wir waren dem Gegner in Sachen Siegeswille, Emotionalität und Leidenschaft, natürlich getragen durch unsere Fans, überlegen. Das ist etwas, was wir auswärts noch nicht so hinbekommen.“
Nun zwei Auswärtsspiele für die Eulen
Die Eulen spielen nun am nächsten Samstag zunächst beim HC Coburg, dann geht es am 23. Dezember zum TuS Vinnhorst.
Die ostdeutsche Trainerlegende Uwe Jungandreas, von 1997 bis 2010 beim 1. SV Concordia Delitzsch, von 2013 bis 2014 ein Jahr beim SC Magdeburg, erkannte den Sieg der Eulen an. „Für uns ist es keine einfache Situation, wir haben zehn Feldspieler, keinen etatmäßigen Kreisläufer. Dafür haben wir es ordentlich gemacht, wir haben lange dagegengehalten.“