Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen landen Bonuspunkte im Abstiegskampf

War gestern treffsicher von Rechtsaußen: Pascal Durak erzielte sieben Tore gegen Stuttgart.
War gestern treffsicher von Rechtsaußen: Pascal Durak erzielte sieben Tore gegen Stuttgart.

Was für ein Auftritt: Kreisläufer Christian Klimek steuerte zum 29:26 (13:8)-Erfolg der Eulen Ludwigshafen beim TVB Stuttgart sieben Treffer bei – bei nur sieben Versuchen. Die Eulen durften am Ende den Sieg lautstark in ihrer Kabine bejubeln, weil sie am Donnerstagabend eine ganz starke Deckung aufs Feld der Porsche-Arena stellten.

Na, das war ja mal ein tolles Ende der „schwäbischen Woche“ der Eulen: Nach der knappen Niederlage am Sonntag in Göppingen entführten die Ludwigshafener bei kriselnden Stuttgartern in der fast menschenleeren Porsche-Arena zwei Punkte – ganz wichtige Zähler im Abstiegskampf. „Das waren Big Points“, freute sich Kreisläufer Christian Klimek. Er machte nicht nur im Angriff ein starkes Spiel, sondern arbeitete auch in der Abwehr herausragend. „Ich bin mit der Intention gekommen, den Jungs zu helfen. Es freut mich, dass es heute geklappt hat. Sieben Tore bei sieben Versuchen – das hatte ich noch nie“, sagte der 31-Jährige.

Müller: „Selbstvertrauen ist weg“

Wer gedacht hatte, dass die Gastgeber nach fünf Niederlagen in Serie (die letzte am Samstag gegen Schlusslicht Coburg) diesmal aufdrehen würden, sah sich getäuscht. Nervös begannen sie gleich mit einigen technischen Fehlern, die Eulen dagegen trafen. „Das Selbstvertrauen, das wir am Anfang der Saison hatten, ist weg“, sagte Ex-Eulen-Spieler Jerome Müller (24) nach dem Spiel zur derzeitigen Phase seiner Mannschaft. Der Linkshänder war nach zwei Jahren bei den Eulen Ludwigshafen innerhalb der Bundesliga zum Konkurrenten TVB Stuttgart gewechselt. Vor dem Spiel saß Müller eine ganze Weile mit seinen ehemaligen Teamkollegen zusammen, plauderte. Auf dem Feld war es dann aber vorbei mit alten Freundschaften.

Starke, konzentrierte Eulen

Es waren die Eulen, die eine ganz starke erste Hälfte hinlegten. Gestützt auf eine gute 6:0-Abwehr mit Klimek und Gunnar Dietrich im Innenblock und Martin Tomovski im Tor, der vor der Pause schon auf acht Paraden kam. Klar, den Stuttgartern war in den ersten Angriffen die Nervosität anzumerken. Aber die Eulen spielten – wie schon am Sonntag in der zweiten Halbzeit in Göppingen – sehr konzentriert in der Deckung, ließen in 20 Spielminuten gerade mal sechs Gegentore zu. Symptomatisch: Jan Remmlinger blockte außen in der Mauer auch den letzten Freiwurf der Stuttgarter vor der Pause ab.

Und im Spiel nach vorne drückte die Mannschaft von Trainer Ben Matschke aufs Tempo, versuchte ihr Glück in der zweiten Welle des Gegenstoßes. Das klappte auch. Die Eulen kamen zu einfachen Toren, wie beim 11:6 durch Azat Valiullin (25.), als er sich mit zwei Gegenspielern am Arm noch durchsetzte. Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt wechselte schon früh viel durch, während Eulen-Coach Ben Matschke lange seinem Stammpersonal vertraute.

Eulen schwächeln kurz

Nach einem ganz schlechten Start in die zweite Halbzeit, in dem die Eulen auf 18:8 davoneilten, zog Schweikardt in der 37. Spielminute die Notbremse und rüttelte seine Truppe in einer Auszeit wach. Danach spielte Stuttgart im Angriff konsequent mit einem siebten Feldspieler. Das sah im Zusammenspiel mit dem eingewechselten Torwart Primoz Prost zunächst nicht schlecht aus, vor allem ihren Rechtsaußen Sascha Pfattheicher spielten die Stuttgarter in dieser Phase mehrmals frei. „Was da los war, weiß ich auch nicht“, rätselte der gute Rechtsaußen Pascal Durak.

Die Eulen schwächelten kurz, die Stuttgarter kamen bis auf vier Tore wieder ran. Aber auch wenn Jerome Müller mit einem schönen Kempa-Pass Max Häfner zum 18:23 (51.) bediente, näher ran schafften es die Gastgeber nicht mehr. Weil die Eulen weiter trafen und ihnen in der 53. Minute bei 26:20-Führung auch noch ein Wechselfehler der Stuttgarter in die Karten spielte. Zeitstrafe, Ballbesitz für die Eulen, die es diesmal schafften, den Vorsprung auch über die Zeit zu bringen. „Wir hätten in Göppingen schon was mitnehmen können, wollten heute die Chance nutzen, wenn sie sich bietet“, sagte Durak. So sah es auch Hendrik Wagner: „Der Sieg war mehr als verdient. Das war ein sehr gutes Spiel von uns.“

So spielten sie

TVB Stuttgart: Bitter, Prost (ab 37.) - Kristjánsson (3), Faluvegi (3), Lönn - Pfattheicher (6), Zieker (4) - Röthlisberger - Peshevski (1), Asgeirsson, Weiß (2), Müller (2), Häfner (5)

Eulen Ludwigshafen: Tomovski - Wagner (5), Mappes, Dietrich (1) - Durak (7/2), Remmlinger (2) - Klimek (7) – Haider, Valiullin (5), Bührer (1), Neuhaus (1), Falk, Meddeb

Spielfilm: 3:3 (8.), 5:5 (14.), 5:9 (20.), 8:13 (Hz.), 8:16 (35.), 8:18 (37.), 15:19 (45.), 18:23 (51.), 22:27 (55.), 26:29 (Ende) - Zeitstrafen: 3/2 - Siebenmeter: 0/0 - 2/2 - Beste Spieler: Pfatteicher, Häfner - Tomovski, Klimek, Durak, Valiullin, Dietrich - Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg).

x