Handball
Eulen Ludwigshafen krönen grandiose Aufholjagd
Matej Asanin ging erst gar nicht in die Kabine in der Halbzeitpause. Der Torwart der Eulen Ludwigshafen ahnte schon, dass er der Ansprache des Trainers nicht mehr zuhören müsse. Er hatte nämlich nicht so gut gehalten. Coach Michel Abt zog die Konsequenz und ließ Asanin zur zweiten Halbzeit auf der Bank.
Für ihn kam Ziga Urbic. Und der tat das, was er tun muss: Bälle halten. Es war auch zwingend notwendig gewesen, dass im Tor ein Impuls gesetzt wird. Denn die Eulen lagen zur Halbzeit überraschend klar mit 15:18 zurück. Überraschend deshalb, weil die Gastgeber seit der sechsten Minute führten. Den Vorsprung gaben die Eulen dann drei Minuten vor der Pause aus der Hand. Den temporären Abwärtstrend leitet Julius Meyer-Siebert sozusagen ein – mit einem Fehlpass. Alexander Falk vergab dann und im Anschluss vergeigten die Eulen fünf Möglichkeiten. Aus dem 15:14 (25.) wurde ein 15:19 (31.). Den Eulen gelang von der 24. bis zur 32. Minute kein Tor. Sebastian Trost beendete schließlich die Torflaute. Was niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt – es war der Startschuss zu einer grandiosen Aufholjagd. Die Eulen machten aus einem 15:19 ein 21:20 (37.). Fünf Tore in sechs Minuten – die Partie war wieder offen. Auch, weil Ziga Urbic mehrmals Chancen der Hagener vereitelte und zum sicheren Rückhalt in dieser Phase wurde.
Plötzlich führt wieder Hagen
Ein Spiel aber verläuft nicht linear. Hagen kam wieder zurück. Pierre Busch warf die Gäste in der 52. Minute wieder in Führung: 28:29.
Nun folgte eine Schlussphase, die nichts für schwache Nerven war. Hagen legte vor, die Eulen glichen aus. Besonders Kapitän Maximilian Haider ging voran. Dann aber verwarf Tim Schaller einen Siebenmeter – seinen ersten im Spiel. Die Partie drohte zu kippen. Das tat sie aber nicht, weil Urbic im Tor wieder einmal stark hielt. Dann bekam Schaller eine zweite Chance. Sekunden vor Spielende gab es wieder Siebenmeter für Ludwigshafen, nachdem Busch Alexander Falk übel gefoult hatte. Schaller behielt dieses Mal die Nerven: 34:33. Noch waren 30 Sekunden zu spielen.
„Das war ein Sieg des Willens“
Den letzten Angriff der Hagener aber entschärfte – Ziga Urbic. Seine Glanztat bedeutete der zweite Heimsieg für die Eulen Ludwigshafen in dieser Zweitliga-Saison. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte Lion Zacharias: „In der Kabine hat keiner die Köpfe hängen lassen. Alle waren entschlossen, das Spiel zu drehen.“
So spielten sie
Eulen Ludwigshafen: Asanin (ab 30. Urbic) - Klein (2), Bührer (1), Trost (4) - Falk (5), Zacharias (6) - Haider (8) – Meyer-Siebert (1), Eisel, Gorpishin (1), Salger (2), Schaller (3/2), Remmlinger (1)
Eintracht Hagen: Grzesinski (20. Mahncke für einen Siebenmeter) - Vorlicek (6), Pouya (7), Schmidt (1/1) - Toromanovic (4), Jukic (2) - Pröhl (2) – Stüber, Spohn (7), Voss-Fels (1), Stefan (1), Buergin, Busch (2/1)
Zeitstrafen: 3:3 - Siebenmeter: 3/4 – 2/3 – Beste Spieler: Zacharias, Urbic, Haider - Pouya, Spohn - Zuschauer: 1622 - Schiedsrichter: Völkening/Zollitsch (Bad Oyenhausen/Minden).