Handball
Eulen Ludwigshafen: Ein Test gegen die Löwen für einen guten Zweck
Es war heiß in der Halle, sehr heiß. Und doch legten beide Mannschaften am frühen Dienstagabend ein flottes Tempo an den Tag. Der Zweitligist hielt in der Partie, deren Erlös den Polizeistiftungen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zugutekommt, eine Halbzeit lang mit, dann setzten die Löwen sich rasch auf zehn Tore ab. Die Eulen hatten bereits morgens eine Einheit absolviert.
„Die erste Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben wirklich eine gute erste Halbzeit gespielt. Vor allem in puncto Abwehr, da haben wir in den letzten Einheiten viel gearbeitet, da waren wir ganz stabil“, sagte Coach Johannes Wohlrab. Und für seine Spieler ist es sowieso immer ein Erlebnis, sich mit dem Nachbarn zu messen. „Das ist eben der Unterschied zwischen den Ligen. Die Rhein-Neckar Löwen können das Tempospiel 60 Minuten halten“, betonte Mittelmann Marc-Robin Eisel. Er gab am Ende noch einmal Gas, zunächst überzeugte sein Spielmacher-Partner Sebastian Trost.
Löwen fehlen Olympia-Teilnehmer
„Ich bin sehr zufrieden mit der Abwehr, egal in welcher Formation wir gespielt haben. In der Summe des Spiels ist das Ergebnis vielleicht ein bisschen zu hoch. Insgesamt war es ein gutes Testspiel“, resümierte Löwen-Trainer Sebastian Hinze. Er musste auf sechs Spieler verzichten, die bei Olympischen Spielen in Paris sind. Kapitän Patrick Groetzki befand: „Wir haben sehr konzentriert in der Abwehr gestanden. Wir haben ein bisschen zu viel verworfen. Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein. Wir konnten viel ausprobieren, wir konnten viel umsetzen.“
Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, musste ganz kurz nachdenken. Und dann, ja: Es war bei den Eulen sein erster offizieller Auftritt in Ludwigshafen. „Ein guter, ein wichtiger Anlass. Die Polizeistiftung in Rheinland-Pfalz ist schon einige Jahre alt. Sie wurde damals von Walter Zuber ins Leben gerufen“, sagte Schweitzer. Sie soll Polizisten und deren Familien helfen, die in einer Notlage sind. „Es ist nicht immer leicht, die Polizeiuniform zu tragen“, sagte Friedel Durben, Inspekteur der Polizei Rheinland-Pfalz.
Der Ministerpräsident vor Ort
Und spielte da (auch) auf die Messerattacke im Juni in Mannheim an, bei der ein Polizist starb. Durben freute sich wie Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz aus Baden-Württemberg über die Wertschätzung, die der Polizei durch dieses Benefizspiel zuteil wurde. Die Eulen und die Polizei kooperieren und pflegen ein enges Verhältnis. „Es war eine super Stimmung und ein würdiger Rahmen für das Spiel und den Zweck“, bilanzierte Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler.