Handball
Eulen Ludwigshafen: Der Glaube an die kleine Chance in Mannheim
Ben Matschke hat nicht nur das Derby am Donnerstag (19 Uhr) bei den Rhein-Neckar Löwen, sondern das „große Ganze“ im Blick, wie er sagt. Heißt: Fünf Spiele in 18 Tagen mit der ganz wichtigen Partie am Samstag, 3. April, im Abstiegskampf gegen den HSC Coburg. „Wir wollen ganz viel Energie in die Spiele packen, nach Möglichkeit auch Punkte mitnehmen“, sagt der Trainer der Eulen Ludwigshafen.
Die Trainingszeit nach dem 27:27 gegen die HSG Wetzlar am 4. März haben die Eulen genutzt. Matschke ist froh, alle Mann dabei zu haben. Auch wenn die Eulen zwölf Sekunden vor Schluss durch Kristian Björnsen den Ausgleich gegen Wetzlar kassierten, nimmt der Trainer viel Positives aus diesem Spiel mit. „Wir hatten in der ersten Halbzeit einen technischen Fehler, hatten ein perfektes Spiel. Nach der Pause hatte Wetzlar null technische Fehler, wir hatten nur zwei Paraden. Da kann man froh über den Punkt sein“, bilanziert der 38-Jährige.
Matschke: „Weltklasse auf jeder Position“
Auf das Derby in der SAP-Arena freut sich der Trainer: „Wir spielen gerne gegen die Löwen, verstehen uns gut mit ihnen. Es ist eine Mannschaft, die auf jeder Position weltklasse besetzt ist.“ Matschke hofft, dass sein Team ähnlich wie im Hinspiel mithalten kann, als die Löwen mit 26:24 in der Friedrich-Ebert-Halle siegten. „Damals hat uns das Sieben gegen Sechs ein bisschen gekillt.“ Auch daran ist in den zurückliegenden Trainingstagen gearbeitet worden.
„Die Löwen sind der absolute Favorit. Sie haben einen breiten Kader, gute Wechselmöglichkeiten, haben bei der Kaderzusammenstellung einen guten Job gemacht“, sagt Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich. Und dennoch: „Wir wollen da sein, wenn sich eine kleine Chance bieten sollte“, betont der 35-Jährige. Wie am 29. Mai 2019, als die Eulen sensationell 29:26 in der SAP-Arena gewannen. „Wir fahren mit der Einstellung nach Mannheim, dass wir das Spiel gewinnen wollen und glauben auch in der Kabine daran“, betont der Kapitän.
Vom Ligaverbleib überzeugt
So, wie er auch vom neuerlichen Ligaverbleib der Eulen überzeugt ist: „Ich glaube ganz fest daran. Wir haben in dieser Saison schon ein paar Punkte verschenkt, aber auch überraschende Punkte geholt. Wir sind gegen Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld dran, das hat man zuletzt auch gegen Wetzlar gesehen.“ In den nun intensiven Wochen gehe es darum, von Spiel zu Spiel zu schauen. „Das ist keine einfache Aufgabe, aber wir wollen da ab und zu Punkte holen.“
Zeit für großartig taktische Dinge zu trainieren, bleibe in einer solch intensiven Phase keine. Wichtig sei, sich gut zu präsentieren, möglichst in jedem Spiel mitzuhalten. Die zurückliegende Länderspielpause habe das Team genutzt, um gut zu arbeiten.
Dietrichs Zukunft ist offen
Noch offen ist es, wie es mit Gunnar Dietrich nach der Saison weitergeht. Der Abwehrchef ist eine wichtige Stütze der Eulen, ein bedeutender Ansprechpartner für Trainer Ben Matschke. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. „Wie es der Klub angeht, zunächst die Torwartfrage gelöst hat, das ist genau die richtige Reihenfolge“, betont Dietrich. Er macht keinen Hehl daraus: „Die Eulen sind eine große Heimat für mich geworden. Jeder weiß, dass ich mich unglaublich wohlfühle.“
Der zwei Meter große Routinier kehrte 2013 nach zweijährigem Gastspiel beim TBV Lemgo nach Ludwigshafen zurück, arbeitet halbtags bei den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL), kann so Beruf und Handball miteinander verbinden. Doch will er diesen Aufwand weiterhin betreiben oder sich künftig mehr seiner Familie, den Zwillingen, und dem Beruf widmen? „Ich habe mir für diese Entscheidung kein Zeitlimit gesetzt, bin mit dem Klub im Austausch.“