Handball
Eulen Ludwigshafen überrennen Aufsteiger EHV Aue
Zwölf Minuten dauerte es, da nahm der Eulen-Express Fahrt auf. Die Abwehr war beweglich, zwang den Aufsteiger zu Fehlern, zudem nutzten die Eulen ihre mehrmalige Überzahl konsequent aus. Allein fünf Tore fielen nach Zeitstrafen für den Aufsteiger.
Und so zogen die Eulen weg. Innerhalb von zehn Minuten kamen sie vom 6:6-Ausgleich zu einer 14:9-Führung. Im Angriff fanden sie gute Spielzüge, um die Gäste-Abwehr auszuhebeln. Die Abläufe sitzen immer besser, das Spiel war variabel. Schön anzuschauen der Treffer von Alexander Falk zum 16:11, als die Eulen einen Kempa-Trick andeuteten, Falk jedoch abzog. Unmittelbar vor der Halbzeit fasste sich Mihailo Ilic ein Herz und donnerte den Ball zum 19:14 ins Netz.
Eulen am Drücker
Die Eulen blieben am Drücker, ließen nicht locker, zeigten sich in der Abwehr aufmerksam. Kein großes Thema: Die Torhüterleistung war ausbaufähig, Mats Grupe wurde bereits in der ersten Halbzeit von Ziga Urbic abgelöst. Ziga Urbic steigerte sich und war am schönsten Tor des Abends beteiligt. Sein weiter Pass fand Kian Schwarzer am gegnerischen Kreis, und der Linksaußen verwertete dieses wirklich wunderbare Zuspiel zum 29:21. Eine Minute später fast das gleiche Spiel: Vorlage Urbic, Tor Schwarzer, 30:21. Spätestens da: Wurstmark-Stimmung in der Friedrich-Ebert-Halle, 1360 Handball-Fans schauten zu.
Alexander Falk überragend
Auffälligster Spieler auf dem Feld war Alexander Falk. Der Rechtsaußen warf neunmal aufs Tor – und erzielte neun Treffer. Ihm zur Seite stand der Halbrechte Jannek Klein, sechsmal erfolgreich. Klein und Falk – das war eine starke rechte Seite!
„Wir haben uns gut vorbereitet, wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird, Aue hatte zuvor zweimal verloren, allerdings gegen zwei Aufstiegsaspiranten. Umso stolzer sind wir über den klaren Sieg“, erklärte Alexander Falk. Jannek Klein erklärte, dass das Überzahlspiel ein Baustein war, an dem die Eulen in der Trainingswoche gearbeitet haben. Er freute sich über den schönen Sieg. „Das Verständnis untereinander wird von Woche zu Woche besser. Es gibt noch Sachen, die wir verbessern können, Aue ist zeitweise zu nah an unsere Abwehr gekommen“, fand der agile Rückraumspieler.
Tempo bleibt hoch
Die Eulen hielten das Tempo hoch – der eine oder andere Flüchtigkeitsfehler schlich sich in der letzten Viertelstunde ein. Nicht schlimm! Am sehr guten Gesamteindruck änderte das nichts. Die Zuschauer waren begeistert nach den 60 munteren Minuten, feierten ihre Mannschaft.
Aues Trainer Stephan Just, von 2012 bis 2015 Spieler bei den Eulen, kommentierte die klare Niederlage seiner Mannschaft so. „Ich fand nach der ersten Halbzeit nicht, dass wir vier Tore schlechter waren. In der zweiten Halbzeit hatten wir weder spielerisch noch emotional den Eulen etwas entgegenzuhalten. Ludwigshafen hat es gut gemacht.“