Handball
Eulen gegen Löwen: Wenn 500 wie 2000 klingen ...
Wie laut können 500 Menschen sein? Die Antwort: extrem laut! Vor allen Dingen, wenn es so läuft, wie direkt zu Beginn – starke Abwehr, schneller Angriff: 1:0 Jan Remmlinger. Kreisläufer Christian Klimek hat nach sechs Minuten drei Treffer auf dem Konto. 4:4. Läuft für die Eulen Ludwigshafen an diesem Abend. In der zehnten Minute hält Martin Tomovski zwei Mal überragend. Die Eberthalle tobt.
Fans halten sich an die Vorschriften
Auf dem Feld zeigen die Eulen gegen die Rhein-Neckar Löwen lange eine überragende Leistung, kämpfen verbissen um jeden Ball. Die Fans halten sich vorbildlich an die Hygienevorschriften. Klasse der Kempa-Trick von Pascal Durak auf Philipp Grimm zum 10:12 (27.). „So etwas macht natürlich Spaß“, schwärmte der Routinier später. Mit der Pausensirene verkürzt Durak per Siebenmeter auf 13:14. Die Eulen sind dran. So haben sich das alle erhofft.
„Wir sind 500, die klingen wie 2000“, sagt Hallensprecher Thomas Stüber. Durak gleicht per Siebenmeter zum 14:14 aus (31.). Jan Remmlinger gelingt in Überzahl mit einem herrlichen Treffer das 15:14 (35.), Durak trifft sogar zum 17:15 (37.). Keinen hält es in diesem Moment mehr auf den Sitzen. Handball in Corona-Zeiten ist anders – und kann doch so viel Spaß machen.
„500 Zuschauer haben uns gepusht“
„Ich habe mich gefreut, dass Emotionen drin waren, dass ein Handballerlebnis da war“, sagte Eulen-Trainer Ben Matschke. Ein großes Lob hatte Geschäftsführerin Lisa Heßler für alle Helfer und die Fans parat. „Die Rückmeldungen, die ich bis jetzt erhalten habe, sind alle positiv“, sagte sie mit Blick auf das Hygienekonzept.
„500 Zuschauer haben uns richtig gepusht. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt als in Leipzig. Das war ein Super-Derby. Dass die Löwen gegen uns 7:6 gespielt haben, sagt alles“, meinte Kreisläufer Christian Klimek. Ein starkes Comeback nach seiner Fußverletzung gab Hendrik Wagner, der fünf Tore warf. „Wenn wir gegen solch einen Gegner gewinnen wollen, muss alles passen. Dennoch können wir zufrieden sein“, meinte der 23-Jährige.
Bei Schmid sind die Zähne locker
Löwen-Trainer Martin Schwalb lobte seine Mannschaft: „Ich bin sehr glücklich und stolz, dass wir diesen Kampf angenommen und von der ersten Minute an in der Abwehr alles gegeben haben. Wir haben individuell nicht unsere beste Partie gemacht, haben aber immer an uns geglaubt.“
Bei Andy Schmid waren nach dem Derby ein, zwei Zähne locker, er muss zum Zahnarzt. „Es war wie erwartet ein Kampfspiel. Wir haben als Mannschaft richtig hart gekämpft für den Erfolg. Über die gesamte Spieldauer sind wir der verdiente Sieger.“