Leichtathletik
Eine schöne Terminhatz für Kampfrichter Thomas Beyerlein
„Ich bin für 17 Uhr extra von Eisenberg wieder hier rübergefegt“, sagte Thomas Beyerlein lachend. Pünktlich zum Start der Starthochsprungkonkurrenz der Männer und des Speerwurfs der Frauen war er am Samstag im Westpfalzstadion. „Zwei Termine an einem Tag zu haben, ist schon hektisch. Und gestern Abend haben wir in Zweibrücken ja auch noch bis 21 Uhr aufgebaut“, sagte der 50-Jährige nach der letzten Siegerehrung beim Meeting „Sky’s the Limit“ in einer ruhigeren Minute.
Aber es gab eben gute Gründe für die Doppelbelastung. „Bei den Landesmeisterschaften sollte man sich als Präsident des Leichtathletik-Verbandes Pfalz schon blicken lassen“, meinte Beyerlein schmunzelnd. Und in Eisenberg startete ja auch eine der drei Beyerlein-Töchter. Ines, die bei Udo Hussong trainiert, wurde Dritte im Speerwurf der Frauen mit 35,86 Meter. Mareike war macht Stabhochsprung und Dreisprung, und Annika ist schon mehr als Trainerin unterwegs.
Glücksgefühle beim Stabhochsprung
Papa Beyerlein verpasste in Zweibrücken zwar den Sieg der Mannheimer Stabhochspringerin Jacqueline Otchere (4,35 m) vor der Schwedin Michaela Meijer (4,25 m); die Frauen hatten ihren Wettbewerb schon um 15 Uhr begonnen. Aber er sah den Speerwurf-Sieg der Zweibrücker Athletin Christin Hussong (61,94 m) samt ihrer unfreiwilligen Rolle vorwärts am Ende des vierten Versuchs, die Gott sei Dank aber nur Schrecken verursachte und glimpflich ausging.
Und bei den Stabhochsprung-Herren stand er da auch schon wieder selbst mit der roten und weißen Fahne an der Anlage. Anlage sperren, Anlage freigeben, zeigen ob der Versuch gültig war: Das war die Aufgabe des Mannes mit der Schiebermütze. So ging die weiße Fahne hoch beim dritten Versuch des Landauers Oleg Zernikel über 5,70 Meter – das war der Meeting-Sieg vor dem Finnen Mikko Paavola (5,50 m) und Lokalmatador Raphael Holzdeppe (5,30 m). Die drei Meeting-Rekordversuche Zernikels über 5,86 Meter waren dann auch für Thomas Beyerlein aufregend: „Da macht es als Kampfrichter besonders Spaß, dafür lebst du, da willst du dabei sein.“
Rot statt Weiß
Nach dem zweiten Versuch brauchte auch der gelernte Chemiker, der als Produktionsleiter und Prokurist einer Blieskasteler Nagelkosmetik-Firma arbeitet, einen Schluck aus der Wasserflasche, die rote und weiße Flagge unter den linken Arm geklemmt. Beim letzten Versuch über 5,86 Meter sah es dann so aus, als könnte Beyerlein wieder die weiße Flagge heben, aber irgendwie fiel die Latte doch noch.
Seit 23 Jahren ist Beyerlein, der mit Frau Ulrike und den Töchtern seit 2013 in Zweibrücken-Rimschweiler lebt, bereits Kampfrichter. Mit Leidenschaft, wie er sagt. Auf Pfalz- und Rheinland-Ebene kann er das nun nicht mehr machen, da sind seit seiner Wahl zum Verbandspräsidenten im vergangenen Oktober zu viele andere Verpflichtungen hinzugekommen. Allgemein hat der Verbandschef registriert, dass seit Corona vor allem die Lücken in den Nachwuchsaltersklassen U16 und U18 größer geworden sind. „Und das, obwohl wir in der Pfalz unser Meisterschaftsprogramm in dieser Zeit fast komplett durchgezogen haben“, sagt er.