Fussball-EM
Ein sportverrücktes Land: Eulen-Torhüter über die EM-Euphorie in Nordmazedonien
„Das ganze Land ist stolz“, erzählt Martin Tomovski im Gespräch mit der RHEINPFALZ – und schiebt nach: „Zum ersten Mal in der Geschichte Nordmazedoniens sind wir bei einer Fußball-Europameisterschaft dabei. Davon haben alle geträumt. Ein ganzes Land steht hinter dieser Nationalmannschaft.“ Natürlich auch der 23-Jährige. Er hat sich so manche Videos im Netz aus seiner Heimat angesehen. Und es ist irgendwie auch typisch für die Nordmazedonier, dass sie mehr wollen, als einfach nur dabei zu sein bei dieser Europameisterschaft. Trainer Igor Angelovski hat als Ziel die K.o.-Runde ausgegeben. Daran glaubt auch Tomovski – trotz der 1:3-Niederlage zum Auftakt gegen Österreich.
Tomovski – ein WM-Teilnehmer
Doch dazu ist am Donnerstag (15 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Bukarest ein Sieg gegen die Ukraine wichtig. Denn zum Abschluss der Gruppenphase geht es für die Mannschaft am Montag gegen die Niederlande – in Amsterdam. Der Eulen-Torhüter wird fern der Heimat vor dem Bildschirm mitfiebern, die Daumen drücken. So wie es seine Landsleute auch tun, wenn er bei Handball-Länderspielen für die Nationalmannschaft im Tor steht. Ganz besonders bekam er das im Januar zu spüren, als Nordmazedonien nach dem coronabedingten Rückzug der tschechischen Mannschaft zur Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten nachrückte. Für ihn wurde da ein Traum plötzlich Realität.
Einen anderen möchte er ebenfalls Wirklichkeit werden lassen: den Ligaverbleib mit den Eulen. Für den 23-Jährige wäre das ein schöner Abschied nach zwei Jahren aus Ludwigshafen. Dann geht es zurück in seine Heimat, in die Hauptstadt zu RK Vardar Skopje. Die Eulen, das sagt Tomovski, sind für ihn zu einer Familie geworden. Die echte Familie aber, daraus macht er kein Geheimnis, vermisst er – gerade in der Corona-Zeit habe er sich auch immer mal wieder alleine gefühlt fern der Heimat.
Daumendrücken auch für Velkovski
Martin Tomovski liebt sein sportverrücktes Land. „Egal welche Sportart, die Menschen stehen hinter ihrer Mannschaft“, erzählt er. Er weiß natürlich, dass der 37-jährige Goran Pandev, der gegen Österreich auch zum zwischenzeitlichen 1:1 traf, ein Fußball-Idol in seinem Land ist. „Das ist einfach ein besonderer Spieler, ist unser Leader.“ Pandev traf auch beim sensationellen 2:1-Erfolg Nordmazedoniens im März in der WM-Qualifikation in Duisburg gegen die deutsche Nationalmannschaft.
Einen der EM-Teilnehmer kennt der Torhüter persönlich: Darko Velkovski. Dessen Bruder Martin ist ebenfalls Handballer, ist ein Nationalmannschaftskollege von Tomovski. Sicher auch ihm speziell wird er heute wieder die Daumen drücken.

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Foto: Imago Images/Beautiful Sports