Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Bilanz der Eulen Ludwigshafen: Tiefpunkte, Überraschungen und Belastungsproben

Friedrich Schmitt und der verletzte Lars Röller feierten miteinander den Klassenerhalt. Hinten: Mihailo Ilic.
Friedrich Schmitt und der verletzte Lars Röller feierten miteinander den Klassenerhalt. Hinten: Mihailo Ilic.

Fast schon traditionell mit dem Spiel gegen den TV Hüttenberg endet für die Eulen am Samstag (18 Uhr) die Zweitliga-Saison. Unser Rückblick.

Die gute Nachricht: Die Eulen schafften am drittletzten Spieltag den Klassenerhalt. Nach einer turbulenten Saison ging es schon lange nicht um mehr. Platz zwölf könnte es am Ende werden.

Der Tiefpunkt: Und noch Tiefpunkt – die Eulen erlaubten dem Tabellenletzten HC Oppenweiler-Backnang am vergangenen Sonntag den bislang einzigen Saisonsieg. Trainer Michael Haaß erklärte den Einbruch am Ende mit dem Spannungsabfall nach dem erreichten Klassenerhalt. Dennoch: Nach mehrmaliger Vier-Tore-Führung darf das nicht passieren. Es gab weitere Nackenschläge: die sehr, sehr hohen Niederlagen gegen den Dessau Roßlacher HV, gegen HBW Balingen-Weilstetten, beim VfL Eintracht Hagen, beim HSC 2000 Coburg und gegen den VfL Lübeck-Schwartau.

Überraschungen: Mit dem Sieg in Dessau überraschten die Eulen, auch das 32:32 in Potsdam war aller Ehren wert. Der vielleicht wichtigste Heimsieg: der gegen die HSG Krefeld Niederrhein.

Viele Verletzungen

Die Seuche: Die Eulen waren die Mannschaft in der Zweiten Liga, die eine fast schon unglaubliche Verletzungsserie erlebte. Vor allem der Ausfall von Vincent Bülow traf das Team. Abwehr-Ass Mihailo Ilic fiel gleich mehrmals aus, Friedrich Schmitt, Finn Leun, Lars Röller, Mats Grupe, Freddy Stüber und Nicolas Waldvogel waren länger im Lazarett.

Stabilisierte die Mannschaft: Trainer Michael Haaß.
Stabilisierte die Mannschaft: Trainer Michael Haaß.

Rochade: Ende September trennte sich der Klub von Trainer Johannes Wohlrab, weil, so Sportchef Christian Deller, die Ergebnisse fehlten. Deller präsentierte in Michael Haaß einen prominenten Coach. Haaß stabilisierte die Mannschaft, Rückschläge konnte er nicht verhindern.

Aufsteiger: Friedrich Schmitt war der Aufsteiger des ersten halben Jahres, nach einer schweren Rückenverletzung aus dem Spiel in Essen tat er sich schwer, den alten Rhythmus wieder aufzunehmen. Thilo Müller unterstrich nach auskuriertem Kreuzbandriss sein Talent. Kreisläufer Leon Hein drehte auf, als sein Abschied bekannt war und er Spielanteile bekam.

Zobel legt zu

Vordenker: Marc-Robin Eisel leitete die Eulen an. Torhüter Ziga Urbic spielte eine gute Saison, steht auf Platz neun der Rangliste. René Zobel wurde im Frühjahr immer wichtiger, weil er in der Abwehrmitte aushalf.

Fiel lange aus: Vincent Bülow.
Fiel lange aus: Vincent Bülow.

Aussteiger: Kapitän Freddy Stüber, Leon Hein, Tim Schaller, der eine klasse Rückrunde spielte, sowie die Torhüter Mats Grupe und Ziga Urbic verlassen den Verein.

Herzlich willkommen: Neu im Kader in der nächsten Saison sind Torhüter Janis Boieck (Oppenweiler), Kreisläufer Bruno Eickhoff und Torhüter Pawel Krawczyk (beide MT Melsungen II), Linksaußen Monty Kleinsteuber und Rückraumspieler Phileas Daniel (beide Magdeburg II).

Klares Ziel

Die Aussichten: Die Eulen setzten (notgedrungen) auf Talente. Trainer Michael Haaß geht den Weg mit und hat langfristig verlängert. Das Ziel: ein solider Mittelfeldplatz.

Die Belastungsprobe: Da waren wieder viele Nebengeräusche. Die Gesellschafter trafen sich mehrmals vor Gericht. Geschäftsführer Domenico Marinese wurde freigestellt und durch Andreas Olbert ersetzt. Am Donnerstag ist der Prozess der früheren Geschäftsführerin Lisa Heßler gegen ihren Ex-Klub. Die Eulen anno 2026 – ein Verein kommt nicht zur Ruhe.

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